Gründung vor 100 Jahren

Familie Hoffmann aus Sebbeterode baut auf heimischen Stein

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Technik und Teamarbeit: Beides ist im Betrieb der Hoffmanns in Sebbeterode gefragt, von links Steinmetzmeister Jochen Hoffmann, Jonas Hoffmann und Azubi Dominik Weiland.

Sebbeterode – Vor 100 Jahren, am 1. Januar 1919, gründete Heinrich Hoffmann in Battenhausen den Natursteinbetrieb Hoffmann. Auch heute noch führt die Familie den Betrieb.

Der Steinbildhauer Heinrich Hoffmann begann mit der Herstellung von Mauersteinen aus Sandstein für den Haus- und Scheunenbau. Die nötigen Steine bekam er aus den umliegenden Steinbrüchen. Ende der Zwanzigerjahre entdeckte er im Wald oberhalb von Sebbeterode einen Steinbruch mit einer besonders schönen Maserung. 

Die beige-gelb-braunen Steine sahen aus wie aufgeschnittenes Holz. Heinrich Hoffmann pachtete den Steinbruch und verwandelte die Steine in Mauersteine und Kaminverkleidungen. Außerdem stellte er Schleifscheiben her, da sich die feinkörnige Struktur der Steine sehr gut zum Schleifen von Sensen, Scheren und Messern eignete.

Hoffmann wurde in Sebbeterode sesshaft

Doch Heinrich Hoffmann fand in Sebbeterode nicht nur das neue Material für seinen Beruf, sondern auch mit Anneliese Röse die Frau fürs Leben. Der Steinbildhauer zog mit seinem Betrieb in den Geburtsort seiner Ehefrau und arbeitete fortan in der Sachsenhäuser Straße 16.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges stellte er für einige Jahre den Betrieb auf die Herstellung von Betonteilen um, mit denen ein Teil des fast völlig zerstörten Kassel wiederaufgebaut wurde.

Betriebsgründer: Heinrich Hoffmann verlegte seinen Betrieb der Liebe wegen in den Gilserberger Ortsteil Sebbeterode.

1969 übergab Heinrich Hoffmann seinen Betrieb, der damals 17 Mitarbeiter beschäftigte, an seinen Sohn Klaus. Klaus Hoffmann begann mit der industriellen Fertigung von Kunststeinplatten und Kunststeintreppen. Sie waren im Bauboom der Siebzigerjahre stark nachgefragt.

Im Jahr 1988 kehrte der Steinmetzmeister wieder zurück zur Bearbeitung von Naturstein, die Kunden fragten vermehrt Marmor und Granit nach. Gleichzeitig nahm das Geschäft der Grabmalherstellung zu, und seit 1996 führt die Firma auch den Grabaushub aus. 2001 übernahm der jetzige Inhaber Jochen Hoffmann gemeinsam mit seiner Ehefrau Gabriele den Betrieb von seinem Vater. 

Jonas Hoffmann stieß auf Unverständnis bei seinen Lehrern

Der gelernte Steinmetzmeister und staatlich geprüfte Steintechniker hatte zuvor bereits 18 Jahre im elterlichen Betrieb gearbeitet. „Und mit meinem Sohn Jonas, der im vergangenen Jahr seinen Steinmetzmeister gemacht hat, steht bereits die vierte Generation im Betrieb“, sagt Jochen Hoffmann nicht ohne Stolz. Der älteste Sohn Daniel habe Theologie studiert und werde ab Sommer als Pfarrer arbeiten, der jüngste Sohn Felix studiere aktuell Psychologie.

„Während des Abiturs stieß ich bei meinen Lehrern auf sehr viel Unverständnis, wenn ich erzählte, dass ich eine Ausbildung zum Steinmetz machen möchte“, berichtet Jonas Hoffmann. Die Arbeit als Steinmetz sei sehr abwechslungsreich und habe ihre eigenen Herausforderungen. „Es ist einerseits Handarbeit, andererseits übernehmen moderne Maschinen viele Arbeitsschritte“, erklärt der junge Meister. Derzeit seien sie auch wieder auf der Suche nach einem Auszubildenden, Lehrling Dominik Weiland habe bald ausgelernt, sagen die Hoffmanns.

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