Gelbes Band lädt zur Ernte ein

Gilserberg: Obst aus der Region soll besser verwertet werden

Markiert: Obstbäume, die ein gelbes Band tragen, können in Gilserberg von jedermann geerntet werden. Bürgermeister Rainer Barth, zeigt, wie es geht.
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Markiert: Obstbäume, die ein gelbes Band tragen, können in Gilserberg von jedermann geerntet werden. Bürgermeister Rainer Barth, zeigt, wie es geht.

In Gilserberg können Obstbaumbesitzer ihre Bäume durch ein gelbes Band kennzeichnen und damit signalisieren, das Ernten für jedermann kostenlos erlaubt ist.

Gilserberg. Herbstzeit ist auch immer Obstzeit. Jetzt im Oktober sind Äpfel und Birnen reif und können gepflückt werden. Auf Initiative der CDU-Fraktion gibt es in Gilserberg eine clevere Idee, um Menschen, die Obst suchen mit Menschen, die Obst haben, zusammenzubringen. Wer sein Obst verschenken möchte, kann an seinen Baum ein gelbes Band befestigen.

Auf diese Weise wolle man verhindern, dass gutes Obst ungenutzt verkommt, sagt Gilserbergs Bürgermeister Rainer Barth. Seinen Ursprung hat das „Gelbe Band“ in einer Aktion des Landkreis Esslingen, mittlerweile wirbt auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft um Nachahmer.

Gemeindeeigene Obstbäume können gemietet werden

Für den Pressetermin ging der Vorsitzende der Gilserberger Gemeindevertretung, Wolfgang Urbanek, mit gutem Beispiel voran. In Urbaneks Garten in Sebbeterode befestigte Rainer Barth ein erstes gelbes Band. Gerade in einer eher schlechten Obstsaison wie in diesem Jahr seien die gelben Bänder eine gute Möglichkeit, um Obst aus der Region für viele nutzbar zu machen, findet der Verwaltungschef.

Gelbe Bänder gibt es im Rathaus. Es sei durchaus überlegenswert, ob man nicht auch das Gemeindeobst auf diese Weise kennzeichne. Es sei ein niederschwelliges Angebot zum Pflücken, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Nachfrage nach gemeindeeigenem Obst nachgelassen habe, so Barth. Er wolle den Gremien aber nicht vorgreifen, betont der Verwaltungschef. Bislang können Interessierte die Gilserberger Gemeindebäume für sechs Euro jeweils eine Saison mieten und den Ertrag der Bäume nutzen.

Hessen Mobil warnt vor der Nutzung Obstbäumen am Straßenrand

Auch an den Straßen im Kreis stehen Obstbäume, von der Nutzung des Obstes wird aber seitens Hessen Mobil gewarnt. Man appelliere dringend, an Kreisstraßen kein Obst zu pflücken oder aufzulesen, so Pressesprecher Marco Lingemann auf Anfrage unsere Zeitung: „Die Menschen, die das tun, gefährden damit sich und die Insassen vorbeifahrender Fahrzeuge.“

Schon lange werden keine Obstbäume mehr an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in Hessen angepflanzt. Ein Obstbaum ist nicht als Straßenbaum geeignet. Die Bäume bilden breite Kronen, die schnell in den sogenannten Straßenraum hereinwachsen und sehr pflegeintensiv seien, erklärt Lingemann. Hessen Mobil pflanzt an Straßen nach eigenen Angaben daher überwiegend andere heimische Baumarten wie Ahorn, Eiche und Linde. Egal ob Obst- oder eine andere Baumart, die Straßenmeistereien sorgen für die Verkehrssicherheit entlang der Bundes,- Landes,- und Kreisstraßen. Hierzu gehören die Pflege und der Rückschnitt des Gehölzes. Auch kontrolliert Hessen Mobil die Bäume auf Standfestigkeit.

Eine wesentliche größere Bedeutung hätten Obstbäume übrigens für den Straßenbau im Hinblick auf Ausgleichsmaßnahmen, weiß der Pressesprecher: „Hierbei sind in den vergangenen Jahren wertvolle Streuobstwiesen abseits des Fahrbahnrands entstanden. Wer den Wunsch habe, Streuobst zu sammeln, soll sich an die Kommunen wenden, in deren Obhut sich in der Regel die Bäume entlang von Feldwegen befinden, sowie an die Besitzer und Pächter von Streuobstwiesen, rät Marco Lingemann.

In Gilserberg reicht nun schon der Blick über den Gartenzaun. Sieht man am Baum ein gelbes Band, darf gepflückt werden. Nachahmenswert. (Matthias Haaß)

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