Massive Drohungen gegen Hotelier

Geplantes Flüchtlingsheim: 300 bei Infoveranstaltung in Gilserberg

Gilserberg. Über die geplante Flüchtlingsunterbringung im Bio-Hotel Grün in Gilserberg informierten sich am Dienstagabend etwa 300 Anwohner. Auch das Medieninteresse war groß.

Neben der HNA waren mehrere Fernsehteams zur Informationsveranstaltung mit Vertretern des Landkreises sowie der Gemeinde in die Hochlandhalle gekommen.

Aktualisiert am 4. März um 18.07 Uhr

Ursprünglich sollte es um die geplante Unterbringung von Flüchtlingen gehen. Von Interesse sind die Pläne aber besonders, weil es massive Drohungen gegen den Hotelier geben soll, der seine Immobilie in Moischeid anbietet. Zu den Polizeiermittlungen soll es allerdings keine Informationen geben, hieß es am Abend.

Wie Bürgermeister Rainer Barth vor zwei Wochen mitgeteilt hatte, will der Landkreis das Bio-Hotel Grün als Wohnheim für Asylbewerber anmieten. Insgesamt sollen künftig zwischen 80 und 90 Personen dort leben. Der Kreis geht davon aus, dass sowohl Familien als auch alleinstehende Menschen in Gilserberg unterkommen werden.

Zunehmend Ruhe brachten Bürgermeister Rainer Barth und Michael Schneider vom Schwalm-Eder-Kreis hinein: Filmen war verboten, Informationen über die Polizeiermittlungen wegen Bedrohung und Nötigung von Hotelier Dirk Rateike wurden von vornherein ausgeklammert. „Es ist unsere Aufgabe, die Menschen unterzubringen“, unterstrich Schneider, „vier Prozent der Asylsuchenden, die in Hessen ankommen“. Über das Angebot des Hotels in Moischeid sei der Kreis sehr froh, „so eine gute Immobilie muss man erst einmal finden“. Schneider ließ keinen Zweifel daran, dass zunächst ein Nebengebäude des Biohotels noch diesen Monat von etwa 30 Menschen bezogen wird, nach Umbauarbeiten im Haupthaus wird ab Mai auf bis zu 90 Personen aufgestockt.

„Wir haben keine Alternative“, sagte Heidrun Hartwig von der Betreuungsstelle für Zuwanderer des Kreises. „Lassen Sie es einmal auf sich zu kommen“, beendete sie ihren Erfahrungsbericht aus der Praxis und bekam dafür freundlichen Applaus. Die anschließende Fragerunde vermittelte durchaus viele Bedenken seitens der Gilserberger, auch nach den Unterbringungskosten wurde gefragt: rund 790 Euro pro Person und Monat, 620 Euro bezahlt das Land Hessen. Mehrfach wurde geäußert, dass die Anzahl als zu hoch empfunden werde, eine Gruppe von 30 oder auch 40 Menschen hingegen wäre in Ordnung.

Udo Pomorin geißelte es, dass Hotelier Rateike der Süddeutschen Zeitung gegenüber angegeben habe, eine geplante Bio-Hühnerfarm zwinge ihn zur Aufgabe des Hotels, „sein Verhalten war unter der Gürtellinie“. Fremdenfeindlichkeitsvorwürfe seien ungerechtfertigt. Das fand auch Michael Schneider: „Ich spüre, dass es hier keine Fremdenfeindlichkeit gibt.“

Weitere Informationen folgen.

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Rubriklistenbild: © Quehl

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