Geschmack ist Trumpf

Gilserberg: Marco Kohrell hat Schritt in die Selbständigkeit nicht bereut

Stilechte amerikanische Süßigkeiten – sie gehören seit neuestem zum Sortiment von Marco Kohrell in seinem „Schokofee“-Verkaufsladen in Gilserberg.
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Stilechte amerikanische Süßigkeiten – sie gehören seit neuestem zum Sortiment von Marco Kohrell in seinem „Schokofee“-Verkaufsladen in Gilserberg.

Wer gerne amerikanische Süßigkeiten isst, ist bei Marco Kohrell an der richtigen Adresse - Der Gilserberger bietet in seinem „Schokofee“-Verkaufsladen Süßkram aus den USA an.

Gilserberg. „Die vergangenen anderthalb Jahre waren ein Kampf“, sagt Marco Kohrell. Die Corona-Pandemie hatte seinem Traum vom neu eröffnetem Schokoladen-Café in Marburg und eigener Pralinen-Produkton in Gilserberg jäh einen Strich durch den Businessplan gemacht. Doch Kohrell hat trotz des schweren Jahres 2020 den Schritt in die Selbstständigkeit nicht bereut – und stellt sich mit seiner „Schokofee“-Idee immer breiter auf.

Neben hausgemachten Pralinen, handgeröstetem Kaffee und Premium-Tee gibt es in dem „Schokofee“-Laden in Gilserberg seit neuestem auch stilechte amerikanische Lebensmittel zu kaufen. Wer schon immer mal eine Dose Fanta mit Ananasgeschmack, nach kräftiger saurer Sahne schmeckende Pringels-Chips oder stilechte amerikanische Schoko-Riegel probieren wollte, der ist hier richtig. Sie heißen Twinkie’s, Reese’s, Jolly Ranchers, DingDong, Snowballs oder Pop tarts – und sie sind vor allem bei den 25- bis 40-Jährigen hoch angesagt, sagt Kohrell, selbst 37 und bekennender Fan.

„Es sollte etwas sein, was ins Konzept passt, was jedoch nicht jeder hat“, sagt Kohrell über das erweiterte Sortiment.

Online-Shop wird gut genutzt

„Wenn die Leute dafür bis nach Kassel oder Gießen fahren, können sie dafür auch von Treysa nach Gilserberg fahren“, so seine Überzeugung. „Ich garantiere, dass hier alles günstiger ist als bei Amazon.“ Er selbst ist bei einem halben Dutzend Importeuren gelistet, bei denen er die Ware aus Übersee direkt bestellt.

Und wie vertragen sich hausgemachte Pralinen aus hochwertiger belgischer Schokolade mit kunterbunten, industriell hergestellten Süßigkeiten? Sehr gut, meint Kohrell: „Geschmack ist Trumpf. Warum nicht beide Gourmets abholen?“ Der Süßwarentechnologe hat damit kein Problem.

Eine tragende Säule neben Café und Laden ist mittlerweile auch der eigene Online-Shop. 1500 Adventskalender mit amerikanischen Süßigkeiten haben Kohrell und sein Team – dazu gehören neben seine Mutter seit August auch ein kaufmännischer Auszubildende – in den vergangenen Wochen gefüllt, sie sind nahezu ausverkauft. Auch der Adventskalender mit eigenen Pralinen komme bei den Kunden gut an.

Café schreibt schwarze Zahlen

Der gelernte Süßwarentechnologe ist froh, dass es langsam wieder bergauf geht. Anfang 2020, zwei Monate vor dem ersten Lockdown, hatte er seinen sicheren Job bei Ferrero nach elf Jahren aufgegeben und das Café „Schokofee“ in der Marburger Gutenbergstraße übernommen.

„Manchmal habe ich mich in den letzten anderthalb Jahren schon in mein warmes Büro bei Ferrero zurück gewünscht“, sagt der 37-Jährige. Die Überbrückungshilfe für die hohe Miete in der Innenstadt ließ auf sich warten, keine Kunden, Rechnungen stapelten sich.

Doch mittlerweile schreibt das Schokoladencafé wieder schwarze Zahlen und Kohrell macht aktuell eine Fortbildung zum Kaffee-Experten bei der Industrie- und Handelskammer.

So soll es in Marburg ab Januar auch spezielle Kaffee-Barista-Kurse mit Kaffee- und Pralinen-Verkostungen geben. „Mein Ziel ist es, weiter zu wachsen“, sagt der Schokoladenfachmann. So will er sein Konzept von Schokolade und Kaffee auch als Franchise-Unternehmen anderen Partnern anzubieten. „Den Geschäftstitel Schokofee habe ich schon mal europaweit eintragen lassen“, so Kohrell. (Kerstin Diehl)

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