Zum 70. Geburtstag

Fast 100 Leserbriefe: Friedrich Otto ist ein passionierter HNA-Leser

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Kein Tag ohne HNA: Friedrich Otto studiert seine Regionalzeitung förmlich, täglich zwei bis drei Stunden, die Wochenendausgabe über vier Stunden. Das Foto des heutigen Jubilars entstand im HNA-Haus am Treysaer Walkmühlenweg.

Gilserberg. Samstags liest er die HNA schon einmal über vier Stunden. Fast 100 Leserbriefe von ihm wurden veröffentlicht. Heute wird der Mann aus Gilserberg 70 Jahre alt.

Wenn wir einen Leserpreis zu vergeben hätten, würde er ihn unbestreitbar verdienen: Friedrich Otto liest unsere Ausgabe Tag für Tag zweieinhalb Stunden, samstags auch mal vier – wobei Otto den Ausdruck Sonnabend vorzieht. 

„So hieß der Tag sogar in der Tagesschau früher.“ Der Gilserberger, der heute 70 Jahre alt wird, ist bei der Intensivlektüre zu einem Gourmet der Sprache und kritischen Fragesteller und ausdauernden Kommentator geworden.

Fast 100 Otto-Leserbriefe wurden in der HNA veröffentlicht zu einer weiten Spanne von Themen, denn Otto interessiert sich grundsätzlich für alles, „ich bleibe neugierig“. Jeden Tag studiert er auch seinen Englisch-Kalender. 

Seine Informationen schöpft der wissbegierige Gilserberger auch direkt an der Quelle, besucht seit 20 Jahren jede Gemeindevertretersitzung seiner Heimatgemeinde. Nur zwei Mal, als er zur Kur war, verpasste er sie. 

Er lebt dort, wo er geboren wurde

„Ich bin mir sicher, dass alle Gemeindeparlamentarier eigentlich das Beste wollen, aber ich habe doch oft Zweifel, dass das auch glückt.“ Aber andere Ansichten zu akzeptieren, falle ihm nicht schwer.

Noch immer lebt er genau auf dem Fleckchen, wo er 1948 geboren wurde, wenn auch in einem neuen Haus. Der kleinen elterlichen Landwirtschaft blieb er immer verbunden. Hinzu kommt seine Arbeit in der Kirchengemeinde, in der Synode, im Kirchenvorstand, als Kirchenältester und seit sage und schreibe 1981 Kastenmeister.

Lange Jahre war er auch im Betriebsrat bei Raiffeisen Schwalmstadt. Sechs Jahre lang bekleidete er das Amt des Gilserberger Ortslandwirtes. Eine ausgeprägte soziale Ader kann ihm niemand absprechen.

An der Wiege war das dem kleinen „Fritz“ nicht unbedingt gesungen. Nach der Grundschule besuchte er bis 1966 die Gesamtschule in Kirchhain. An diese Zeit, die er mit dem Realschulabschluss beendete, denkt er immer noch oft. 

Zum großen Geburtstagsfest heute werden sich auch Klassenkameraden und Klassenkameradinnen von damals einfinden. Fritz ist gerade der erste der alten Riege, der die 70 vollmacht.

Beruflich blieb Otto bei seinen Leisten. Auf die Großhandelskaufmannslehre folgte die Ausbildereignungsprüfung, 1977/78 wurde er Bankkaufmann, einer vom alten Schrot und Korn. 

In verschiedenen Zahlstellen war er eingesetzt, kannte ungezählte Kontonummern aus dem Effeff. „Vieles war zu meiner Zeit unvorstellbar“, merkt er milde an, zum Beispiel, dass der Erhalt von Hartgeld gebührenpflichtig ist.

Leicht war sein Leben nicht

Das Leben als Alleinstehender hat für den 70-Jährigen nicht nur Nachteile, aber dass er lange eine Lebensgefährtin hatte, verschweigt er nicht. Bei einer TV-Produktion mit Susanne Fröhlich vom Hessischen Rundfunk hatte er sie 1995 im Zuge des Hessentags Schwalmstadt kennengelernt. 

Aber es gehe ihm heute, über vier Jahre nach der Trennung, durchaus besser. Nahe stehen ihm die beiden Kinder seiner Schwester.

Nein, leicht sei sein Leben nicht gewesen, sagt der Jubilar, der gern nascht und Kuchen isst und für den Geist Sachbücher und Romane verschlingt, am liebsten, wenn sie sich mit Frauenschicksalen und den großen Fragen des Daseins befassen.

Sein sportliches Hobby, den Dauerlauf, musste er vor wenigen Jahren aufgeben. Im Kopf will er noch lange beweglich bleiben.

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