Gilserberg und Jesberg ziehen an einem Strang: „Sport für Jedermann“ wird gefördert

Haben gemeinsamen Spaß beim Sport, auch wenn es nur eine Begegnung auf Zeit ist: Sport-Coach Helmut Hugo (Vierter von links), mit von links Omar Alsoliman und Walid Alomir aus Syrien sowie Ghazwan Alhiali (rechts) aus dem Irak in der Turnhalle der Kellerwaldschule Jesberg. Foto: Diehl

Gilserberg/Jesberg. Dank eines gemeinsamen Antrags ist es Gilserberg und Jesberg gelungen, an dem Landesförderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ teilzunehmen. Der Zuschuss soll Vereinen zugute kommen. Lange schien es, dass keine der Kommunen die Voraussetzungen erfüllte.

Gilserberg/Jesberg. „Wir hatten zwar die notwendige Anzahl an Flüchtlingen, jedoch keinen Sport-Coach“, so Gilserbergs Bürgermeister Rainer Barth. So jemand fand sich lange nicht in Gilserberg, dafür in der Nachbargemeinde Jesberg: Helmut Hugo (66) gehört in der Kellerwaldgemeinde zu dem Team von Helfern, die sich schon von Beginn an um die Flüchtlinge vor Ort kümmern.

Hugo war auf Anhieb motiviert, sich zum Sport-Coach ausbilden zu lassen. „Ich habe selbst Spaß dabei, über den Sport andere Menschen kennen zu lernen, etwas miteinander zu machen, auch wenn es nur eine Begegnung auf Zeit ist - vielen Flüchtlingen bleibt oft gar keine Zeit, Tschüß zu sagen“, so der pensionierte Sportlehrer, der das Tagesseminar zum Sport-Coach bei der hessischen Sportjugend in Wiesbaden absolviert hat.

„Wir sind dankbar, dass die Gemeinde Gilserberg den gemeinsamen Förderantrag gestellt hat“, sagte Jesbergs Bürgermeiser Günter Schlemmer auf Anfrage der HNA. Nicht zuletzt profitierten auch die örtlichen Vereine von der Förderung, fügte sein Kollege Barth hinzu.

Mittlerweile ist mit Alexander Busch aus Schönau auch ein Gilserberger als Sport-Coach für die Gemeinde gefunden.

„Das freut mich sehr, denn so kann ich mich mittelfristig wieder auf meine Arbeit in Jesberg konzentrieren“, so Helmut Hugo, der jeden Mittwoch in der Turnhalle der Jesberger Kellerwaldschule Volleyballspielen für Jedermann anbietet. „Es ist viel befriedigender, wenn auch die eingesessene Bevölkerung mit Sport macht“, so Hugos Erfahrung.

Bei einem gemeinsamen Treffen mit Angehörigen aller Vereine, die die Hochlandhalle nutzen, hatten die beiden Sport-Coaches jüngst Gelegenheit, sich auch den Gilserberger Vereinen vorzustellen. „Das war sehr offen und konstruktiv“, so die Auffassung vieler Beteiligter. So ist eines der Ergebnisse des gemeinsamen Treffens, ein freier Termin in der ansonsten stark belegten Hochlandhalle, an dem der Turn- und Sportverein Gilserberg ab kommender Woche Sport für Jedermann anbietet: Mit und für Gilserberger und dort lebende Flüchtlinge. „Wir werden ein Angebot bieten von Ballspielen wie Federball, Tischtennis aber auch Jiu-Jitsu“, so Hugo.

Hintergrund: Das Programm „Sport und Flüchtlinge“

Mindestens 40 in der Kommune lebende Flüchtlinge sind Voraussetzung für den Zuschuss in Höhe von 5000 Euro im Rahmen des Programms „Sport und Flüchtlinge“ des Landessportministeriums. Und einen ehrenamtlichen Sport-Coach zu haben, der als Netzwerker den Kontakt zwischen Flüchtlingen und Vereinen herstellt und Ansprechpartner ist. Von dem Landeszuschuss können Sportgeräte und Sportausrüstung für die Arbeit mit Flüchtlingen angeschafft und Fahrtkosten des Sport-Coaches sowie Übungsleiter in den Vereinen abgerechnet werden. „Ansprechpartner für die Vereine ist der Sportcoach“, so Barth. Verwaltet wird das Geld im Rathaus von Gilserberg. Während in Jesberg zurzeit 15 Flüchtlinge leben, sind in der Großgemeinde Gilserberg rund 75 Neuankömmlinge untergebracht.

Termine: Sport für Jedermann

Gilserberg: Jedermann-Sport in der Hochlandhalle, dienstags von 16 bis 18 Uhr (ab 13. 12.)

Jesberg: Volleyball für Jedermann in der Turnhalle der Kellerwaldschule, mittwochs von 18.15 bis 19.45 Uhr.

• Ansprechpartner: Helmut Hugo, Telefon 06695/877, Email: helmut.hugo@web.de

Von Kerstin Diehl

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