Regionalplan: Gemeinde fordert mehr Selbstbestimmung und will notfalls klagen

Gilserberg: Unmut über Windräder

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Aufbau: Unser Bild zeigt die Bauarbeiten am geplanten Windpark im Forst von Mengsberg.

Gilserberg. Einstimmig haben die Gemeindevertreter von Gilserberg einen Rechtsanwalt beauftragt, die Interessen der Gemeinde aus dem Gutachten zu den Windkraftplänen gegenüber dem Regierungspräsidium geltend zu machen.

Sollten die Bedenken und Interessen der Gemeinde in dem neuen Regionalplan nicht berücksichtigt werden, so soll der Gemeindevorstand gegen den Regionalplan eine Normenkontrollklage anstreben.

Die nächste Sitzung der Regionalversammlung in Kassel ist für den 29. August geplant, die Verabschiedung des neuen Regionalplans steht am 7. Oktober an.

Elf Windräder drehen sich bereits in Appenhain, Gilserberg und Sebbeterode, elf neue sind in unmittelbarer Nähe der Gemeindegrenze in Bau oder schon fertig gestellt: Sieben in Gemünden und vier im Forst von Mengsberg.

Während die Waldinteressenten Gilserberg den Bau weiterer Windräder im Interessentenwald Buchberg (gegenüber dem Molkenberg in Richtung Lischeid) befürworten, diese Fläche aber im neuen Regionalplan hierfür nicht vorgeschlagen ist und sie mitten in der Flugroute des Tiger-Hubschraubers der Bundeswehr in Fritzlar liegt, wird ein weiterer Bau am nahe Sebbeterode gelegenen Zentralbahnhof abgelehnt und die bei Moischeid vorgeschlagene Fläche soll nach den Wünschen der Gemeinde kleiner ausfallen.

Zwei Landschaftspläne - übergeordneter Regionalplan des Regierungspräsidiums und Flächennutzungsplan der Gemeinde - und unterschiedliche Interessen: „Wir sollten zu einer interfraktionellen Einigung kommen und noch in diesem Jahr einen neuen Flächennutzungsplan verabschieden“, appellierte SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Dippel.

Ein Gutachten zu den Windkraftplänen liegt vor. Rotmilane, Spechte, Horste, Fledermäuse: Sowohl bei Moischeid als auch am Zentralbahnhof - die Gutachter gehen davon aus, dass die Besiedelung mit den unterschiedlichen Vogelarten Grund genug sei, von den Windkraftplänen Abstand zu nehmen. Wie im Gutachten empfohlen, stellen sich die Gilserberger nun auf eine rechtliche Auseinandersetzung mit dem Regierungspräsidium ein - wenn nicht bei einem erneuten Gespräch in der kommenden Woche es zu einer gütlichen Einigung kommt.

„Wir sollten das Gesprächsargument annehmen“, so Bürgermeister Rainer Barth. Geplant sei, mit Vertretern aller drei Fraktionen zum RP nach Kassel zu fahren.

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