Duftöle, Klangschalen, Entspannungsmusik

Hospiz Gilserberg erhält durch Spenden neuen Sinneswagen

+
Übergabe: von links Pflegedienstleitung Nicole Göllner, Hospizleiterin Erika Karama, Fördervereinsvorsitzender Lothar Vestweber, Direktionsleiter Dirk Siemon und Hausarzt Nils Wagner-Praus freuen sich über die Neuanschaffung, einen Sinneswagen, der über Spenden finanziert werden konnte.

Duftöle, Klangschalen, Entspannungsmusik und beruhigende Lichtspiele – all das kann der neue Sinneswagen seinen Hospizgästen bieten. Er konnte durch Spenden angeschafft werden.

„Der Sinneswagen ist sehr gefragt. Die Menschen werden ruhiger, können entspannen und finden sanfter in den Schlaf. Der Sinneswagen tut viel Gutes“, sagte Pflegedienstleitung Nicole Göllner, die den Wagen bei einer Spendenübergabe vorstellte. Kreissparkassendirektor Dirk Siemon war von der Vielfältigkeit des Wagens beeindruckt und durfte selbst die Vibrationen des Musikkissens spüren. 

Der Sinneswagen konnte vom Geld des Kreissparkassen-Spendenvotings „Menschen helfen ist einfach“ beschafft werden. Das Hospiz erreichte mit 1890 Stimmen den ersten Platz und erhielt 3000 Euro für den Sinneswagen. Im ersten Halbjahr 2019 beteiligte sich das Hospiz erneut am Spendenvoting und erreichte Rang drei, was weitere 3000 Euro Spendengeld bedeutete.

„Die zweite Spende ist dem Fördervereinskonto gutgeschrieben worden“, erklärte Hospizleiterin Erika Karama. „Die Kreissparkasse ist einer unserer treuesten Spender. Schon zu Beginn erhielten wir 30 000 Euro aus den Töpfen der Sparkassenstiftungen“, hielt der Fördervereinsvorsitzende Lothar Vestweber fest.

Ein Hospiz sei immer auf Spenden angewiesen, würden doch nur 95 Prozent der Kosten über die Krankenkassen getragen. Für das Haus in Gilserberg bedeutet das, dass bei voller Auslastung täglich 230 Euro selbst aufgebracht werden müssen. „Das ist eine beachtliche Summe“, sagte Karama. Das Haus sei inzwischen zu 97 Prozent ausgelastet: Es gibt Wartelisten. 

„Das Sterben zu Hause ist out. Die meisten Menschen sterben im Pflegeheim, in der Klinik oder eben im Hospiz, wo sie zumindest ein wenig von häuslicher Atmosphäre und gute Pflege haben“, sagt Hausarzt Nils Wagner-Praus, der sich für die Anschaffung des Sinneswagens stark gemacht hat.

Die Klinikfloskel „Wir können nichts mehr für Sie tun“, lässt Wagner-Praus grundsätzlich nicht gelten: „Für jeden Menschen kann man Gutes tun.“ Mit dem Sinneswagen kann die Lieblings- oder auch Entspannungsmusik abgespielt werden, mit Duftölen wird sanft gegen Übelkeit und Bauchschmerzen gearbeitet und beruhigende Lichtspiele vom LED-Projektor oder eine sprudelnde Wassersäule sorgen für ein zusätzliches Wohlfühlklima. „Gerade Spastiken und Verkrampfungen können so gelockert werden“, beobachtete auch Karama schon.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.