Strafe für Hausbesuche wird geprüft

Kassenärztliche Vereinigung greift Fall der Gilserberger Hausärzte auf 

Marei Schoeller und Nils Wagner-Praus von der Hochlandpraxis Gilserberg.

Gilserberg. Zwei Ärzte der Gilserberger Hochlandpraxis sollen eine hohe Strafe zahlen, weil sie zu viele Hausbesuche vorgenommen haben. Jetzt hat sich die Kassenärztliche Vereinigung eingeschaltet.

Der Fall der Gilserberger Hochlandpraxis, bei der die Ärzte Marei Schöller und Nils Wagner-Praus einen fünfstelligen Betrag als Strafe dafür zahlen sollen, dass sie zu viele Hausbesuche vorgenommen haben, hat eine bundesweite Diskussion um Hausbesuche und Honorarrückzahlungen ausgelöst. Jetzt fordert die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen die Krankenkassen zum Handeln auf.

Für ein Umdenken beim Überprüfen von ärztlichen Behandlungen sprechen sich die Vorstandsvorsitzenden Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke in der Pressemitteilung aus, die jetzt Thema im Gilserberger Parlament war. Ihr Vorschlag: Es solle eine Diskussion über einheitliche Prüfregeln in der BRD beginnen. Nils Wagner-Praus sagte gestern auf HNA-Anfrage: „Die KV hat sich nach drei Monaten bewegt. Mit der klaren Intention, den Spielball an die Krankenkassen weiter zu geben.“

Gilserber Ärzte lösten bundesweite Diskussion um Hausbesuche aus

Die Praxis hatte im Frühjahr per Internet auf ihre Probleme aufmerksam gemacht, die HNA griff den Fall auf. „Dass wir bundesweit Schlagzeilen machen und eine solche Diskussion auslösen, hätte ich nicht gedacht“, sagt Wagner-Praus. Es zeige sich, dass man den „Fehler im System“ erkannt habe. Der Arzt erinnert aber auch daran, dass KV und Krankenkassen die Prüfvereinbarung 2016 gemeinsam getroffen hätten.

Viel weiter sei man da etwa in Niedersachsen: Dort spiele die Anzahl der Hausbesuche keine Rolle bei der Frage der Wirtschaftlichkeit einer Praxis. Keine Hoffnung macht sich der Arzt bei den schon geforderten Honrorarrückforderungen – die werde man zahlen müssen. Bürgermeister Rainer Barth sieht die Entwicklung positiv. Die geplante Demonstration für eine wohnortnahe ärztliche Versorgung werde es vorerst nicht geben. Weitere Kommunen seien mit im Boot: „Wir hoffen, dass die KV das Problem anpackt – eine Brücke hat sie bereits gebaut.“ 

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