Keine Feuerwehr: Ein Dorf vor der Herausforderung

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Dorf ohne Wehr: Darüber wurde in Schönau diskutiert.

Gilserberg. Die Feuerwehr Schönau besteht zurzeit zumindest auf dem Papier nur noch aus einer Person und ist seit vergangenem Jahr nicht mehr einsatzbereit. Jetzt werden Wege aus der Krise gesucht.

Betroffene kamen daher zu einer Bürgerversammlung zusammen, um über die Zukunft des Brandschutzes in Schönau zu diskutieren. Knapp 60 Menschen saßen im Saal des Dorfgemeinschaftshauses. Gemeindebrandinspektor Markus Böse: „Man sieht, es ist Interesse vorhanden.“

Er stellte den Anwesenden schonungslos die aktuellen Situation vor: „Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Schönau ist nicht gegeben. Wir haben hier nicht genügend Einsatzkräfte, und Führungskräfte erfüllen nicht die notwendigen Voraussetzungen. Mir fehlen jegliche Informationen. Für mich ist die Feuerwehr nicht existent.“ Der Brandschutz in Schönau sei zwar durch die anderen Gilserberger Feuerwehren gewährleistet, aber es sei natürlich immer die bessere Lösung, wenn ein Ort seine eigene Feuerwehr habe, stellte Böse fest.

Das wollte eine Schönauerin so nicht stehen lassen: Es gebe doch noch Feuerwehrleute im Ort, die ehemalige Wehrführung hätte nur keine Übungsdienste angeboten. „Bei einer Alarmübung im vergangenen Jahr ist überhaupt niemand mehr am Feuerwehrhaus erschienen. Die Situation hat sich in den vergangenen zwei Jahren immer mehr zugespitzt“, erwiderte Böse und verwies auf die schon seit geraumer Zeit nicht mehr geführten Personalakten in der Feuerwehrverwaltungssoftware „Florix Hessen“. Darüber hinaus seien teils jahrzehnte alte Schuldzuweisungen wenig zielführend.

Es wurde deutlich, dass für die Schönauer die Suche nach einem geeigneten Wehrführer wohl die größte Herausforderung ist. Dabei sei durchaus Potenzial vorhanden, fand der Gemeindebrandinspektor: „Wir haben in Schönau 14 Personen mit einer Feuerwehrgrundausbildung und eine zumindest noch ansatzweise vorhandene Jugendfeuerwehr.“

Jürgen Dehn kritisierte den Zustand des Feuerwehrhaus. Das sah Böse genauso. Um die mangelhafte Ausrüstungssituation zu verbessern kann sich der Gemeindebrandinspektor daher durchaus vorstellen, das ehemalige Fahrzeug der Feuerwehr Heimbach nach Schönau zu verlegen und damit das alte Tragkraftspritzenfahrzeug zu ersetzen.

Von Matthias Haaß 

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