Vom Meister lernen

Dreitägiger Kurs: Koch Wolfgang Hirsch lehrte acht Jungen das Kochen

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Männer unter sich: Unter der Anleitung von Meisterkoch Wolfgang Hirsch (rechts) lernten acht Jungen aus dem Gilserberger Hochland das Kochen.

Gilserberg. Mit einem Meisterkoch lernten acht Jungen aus dem Gilserberger Hochland den Umgang mit Pfanne, Schneebesen und Co. Während Werner Hirsch sonst im Ziegenhainer Gefängnis Knackis das Kochen lehrt, zeigte er nun Ferienkindern seine Tipps und Tricks.

„Es ist angerichtet“: Unter diesem Motto bot das Jugendbüro Gilserberg in den Herbstferien einen dreitätigen Kochkurs für Jungen an. Felix, Paul, Malte, Niklas, Julius, Merlin, Marius und Simon, alle zwischen zehn und zwölf Jahre alt, hatten sich angemeldet, um gemeinsam an drei Tagen je ein Essen zu zaubern.

Am ersten Tag kochten sie unter Anleitung von Bettina Range, Gisela Hoffesommer und Janna Walper Nudeln mit Tomatensoße, Gurkensalat und als Nachtisch Obstsalat. Am zweiten Tag gab es ein Bauernfrühstück, bestehend aus Kartoffeln, Eiern und Speck, dazu Tomaten-Gurken-Salat und zum Abschluss Wackelpudding mit Vanillesoße.

Die hohe Kunst des Kochens folgte am dritten Tag mit Curryhuhn in Gemüse auf indische Art, dazu Reis und als Nachtisch Schokoladenpudding mit geraspelter weißer Schokolade. Um diese Herausforderung erfolgreich zu bestehen, kam Wolfgang Hirsch, Koch- und Konditormeister, in die Schulküche der Hochlandschule.

Mehr Bilder vom Kochkurs:

Junge Gilserberger kochen mit Knast-Koch

Unter seiner fachkundigen Anleitung schnippelten die acht Jungen rote, gelbe und grüne Paprika. Sie stiftelten Möhren, schnitten Zucchini und schälten Knoblauch. Die Bambussprossen und Bohnenkeimlinge aus dem Glas kamen in ein Sieb zum Abtropfen. Jeden einzelnen Schritt erklärte Hirsch und zeigte den richtigen Umgang mit den scharfen Messern.

Wie bei einer Kochshow

Der Koch verlieh sogar sein eigenes Filettiermesser mit den Worten: „Mein Chefkoch hat mal zu mir gesagt, wir schneiden hier keine Brückenpfeiler, also bitte schön dünn die Möhren.“

Nach und nach sammelten sich immer weitere kleine Schüsseln rund um die Kochstelle. „Wie bei einer Kochshow bereiten wir alle Zutaten vor, um sie nachher beim Kochen griffbereit zu haben“, erläuterte Hirsch. Beim Anbraten im Wok wies er die Jungen darauf hin, nicht zu früh zu rühren, sondern immer erst, wenn das Fleisch schon richtig angebraten sei. „Sonst verliert das Fleisch viel zu viel Flüssigkeit.“

Auch gewürzt wird deswegen erst später, verriet er seinen Kochlehrlingen. Parallel zu den einzelnen Arbeitsschritten wuschen die Jungen das benutzte Geschirr ab und trockneten es, damit die Arbeitsflächen frei waren.

Während eine Gruppe nach und nach die einzelnen Gemüsestücke in den Wok warfen, kümmerte sich eine zweite um den Nachttisch. Da Julius der einzige war, der noch nie Sahne geschlagen hatte, durfte er mit dem Rührbesen hantieren, während Malte und Marius ihm Tipps gaben.

Merlin hatte das große Glück und bekam den Schokopuddinglöffel zum Ablecken. Kurz bevor das Essen fertig war, deckten Simon, Paul und Felix schnell den Tisch, während Niklas die Servietten kunstvoll drapierte. „Die Jungen sind sehr begabt und toll motiviert“, sagte Werner Hirsch. „Sie haben das richtige Gefühl für das Kochen, das freut mich“, lobte der Meisterkoch seine jungen Lehrlinge.

Zur Person

Wolfgang Hirsch ist Koch- und Konditormeister. In seiner aktiven Berufslaufbahn kochte er unter anderem in Gourmetküchen in der Schweiz und in Kassel. Mit seiner Frau betrieb er eine Konditorei in Jesberg. Seit seinem Renteneintritt gibt er Kochkurse bei der Volkshochschule. Seit sechs Jahren erteilt er in der Justizvollzugsanstalt Ziegenhain regelmäßig Kochunterricht für Menschen, die kurz vor ihrer Entlassung stehen. Sie sollen lernen, mit regionalen Produkten, die Saison haben, sich ein schmackhaftes Essen selbst zu kochen, damit sie sich gut und günstig ernähren können.

Von Christiane Decker 

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