Anmietung als Flüchtlingsheim: Massive Drohungen gegen Gilserberger Hotelier

Gilserberg. Im Gilserberger Hochland überschlagen sich die Ereignisse angesichts der geplanten Flüchtlingsunterkunft.

Massive Drohungen gegen den Betreiber des Biohotels stehen im Raum. Die Polizei bestätigte auf HNA-Anfrage, dass es in diesem Zusammenhang ein Ermittlungsverfahren läuft.

Das Biohotel befindet sich im alten Bahnhof zwischen Gilserberg und Moischeid. Der Schwalm-Eder-Kreis will ab 1. März zunächst einen Teil der Anlage anmieten, um dort 30 Flüchtlinge unterzubringen. Ab Mai wird das gesamte Areal als Unterkunft für Asylbewerber genutzt werden, heißt es aus dem Kreishaus. Insgesamt sollen zwischen 80 und 90 Personen zukünftig dort leben. Der Kreis geht davon aus, dass sowohl Familien als auch alleinstehende Menschen in Gilserberg unterkommen werden.

„Der Kreisausschuss hat in seiner Sitzung diese Woche positiv über die Anmietung des Biohotels entschieden“, teilte Dieter Werkmeister, Pressesprecher des Schwalm-Eder-Kreises mit. Der Mietvertrag soll nun unterschrieben werden.

Der Ortsbeirat von Moischeid mit 320 Einwohnern hatte eine Unterschriftenaktion gestartet, Fragen der Anwohner gesammelt und an den Landkreis weitergeleitet. Sie sollen in einer geplanten Informationsveranstaltung beantwortet werden. Der Ortsbeirat bemängelt, dass die Gilserberger zu spät informiert wurden.

Moischeids Ortsvorsteherin Petra Wurmbäck kritisiert, dass 90 Menschen zuviel für das Anwesen seien. „Wir fordern eine menschenwürdigere Unterbringung“, sagt sie. Es sei zudem schwer, so viele Menschen zu integrieren. Der Ortsbeirat will sich nun das Biohotel anschauen.  

Eine Informationsveranstaltung mit Vertretern des Landkreises sowie der Gemeinde findet am Dienstag, 3. März, ab 19 Uhr in der Gilserberger Hochlandhalle statt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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