Vom Mischgebiet zum reinen Wohngebiet: Mehr Ruhe für Appenhain

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Für die Gilserberger Gemeindevertreter ist es eine endlose Geschichte: Die Windkraftanlagen. Abermals beschäftigten sich die Mandatsträger damit.

Gilserberg. Für die Gilserberger Gemeindevertreter ist es eine endlose Geschichte: Die Windkraftanlagen. Abermals beschäftigten sich die Mandatsträger damit. Dabei ging es um die Änderung des Bebauungsplans „Haubengarten" in Appenhain.

Dort nämlich sollen auf der angrenzenden Mengsberger Gemarkung im Wald vier Windkraftanlagen gebaut werden. Nach Angaben von Bürgermeister Rainer Barth hat das Regierungspräsidium Gießen am Dienstag die Genehmigung erteilt.

Der Dringlichkeitsantrag

Deshalb legte die SPD einen Dringlichkeitsantrag vor, in dem sie forderte, das Baugebiet Haubengarten solle von einem Mischgebiet in ein reines oder allgemeines Wohngebiet umgewandelt werden. Der Antrag wurde ohne Gegenstimme vom Parlament angenommen.

Hintergrund des Antrags ist die drohende Rodung im Mengsberger Wald, die bis 1. März abgeschlossen sein muss. Denn danach dürfe aus naturschutzrechlichen Gründen erst wieder im Herbst gerodet werden.

Reines Wohngebiet

Nach Angaben von Martin Dippel, Fraktionsvorsitzender der SPD, sei Appenhain mit den vier Windrädern umzingelt. Die Bewohner des Baugebiets Haubengarten müssten mit einer „deutlichen Erhöhung der Lärmimmission rechnen“. Die Bewohner hätten sich deshalb für eine Umwidmung in ein reines oder allgemeines Wohngebiet ausgesprochen. Von der Änderung unberührt bliebe der Gewerbebetrieb, denn der genieße Bestandsschutz.

Ob damit die Anlagen verhindert werden können, sei ungewiss. Nach Darstellung von Dippel habe die Bürgerinitiative Aufwind ihm gegenüber erklärt, ihr Rechtsanwalt sehe in dem Verfahren durchaus eine reelle Chance.

Die Grenzwerte

Nach Angaben von Bürgermeister Barth geht es bei der Umwidmung nicht um die Abstände von 1000 Meter zur Bebauung, die würden eingehalten. Vielmehr stehe der Lärmschutz im Mittelpunkt. Und da gebe es für ein reines Wohngebiet strenge Anforderungen. So dürfe der Lärmpegel in der Nacht bei 35 Dezibel und am Tag bei 50 Dezibel liegen. Die Werte in der Nacht entsprechen dem Geräuschpegel in einem ruhigen Zimmer und am Tage sind sie vergleichbar mit einer normalen Unterhaltung.

Der Bauherr und Betreiber

Die Genehmigung für den Bau der vier Windräder ging an die Firma Rudewig Windpower, Bauherr und Betreiber der Anlagen. Auf Anfrage der HNA erklärte der Mengsberger Unternehmer Michael Rudewig, er habe sich in den vergangenen vier Jahren mit den Planungen befasst. Die Kosten bezifferte er auf 20 Millionen Euro. Für den Bau und den Betrieb ist seinen Angaben zufolge eine Fläche von 2,5 Hektar nötig. Etwa ein Viertel davon sei durch Windwurf geschädigt. Der Rest müsse gerodet werden. Dazu hätten die Arbeiten am Mittwoch begonnen.

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