In der fünften Generation

Moischeid: Das Gasthaus Schneider feiert 175-jähriges Bestehen

Historischer Anblick: Das Gasthaus Schneider in Moischeid feiert dieses Jahr 175-jähriges Bestehen. Das Foto entstand nach 1955, denn es ist schon der Anbau der Garagen (vorn) zu sehen.   

Moischeid. „Freibier gibt’s morgen“, steht auf dem kleinen Schild über der Theke. Der heitere Spruch ist nur ein Scherz. Doch sagt er viel aus über den Geist des Gasthauses Riebeling in Moischeid.

Mit Humor, Herz und Hand führen Heinrich und Adelheid Schneider die direkt neben der Kirche gelegene Kneipe in der fünften Generation. Am Samstag, 10. Juni, sind sie selbst Gastgeber.

Dann feiert das Gasthaus Riebeling 175-jähriges Jubiläum. 1842 war es Heinrich Schneiders (67) Vorfahr Johann Justus Riebeling, der die Wirtschaft eröffnete. Seitdem gab es kaum einen Tag, an dem der Zapfhahn still stand. „Eigentlich haben wir montags und donnerstags geschlossen und nur nach Vereinbarung geöffnet, aber das nehmen die Leute wörtlich“, sagt Adelheid Schneider (64) und lächelt verschmitzt. Allein schon der fünf Enkelkinder wegen sei das Haus immer offen.

Freuen sich auf ihr Jubiläum: Heinrich und Adelheid Schneider.

Katharina Riebeling, die Mutter von Heinrich Schneider, war die letzte Riebeling der weitverzweigten Sippe, die auch ein eigenes Familienwappen besitzt. 1972 hat Heinrich Schneider geheiratet und das Gasthaus übernommen. 45 Jahre ist dies her. „Die erste Zeit war nicht leicht, aber wenn man jung ist, findet man sich herein“, sagt Adelheid Schneider, die eigentlich Großhandelskauffrau gelernt hat.

Während ihr Mann Heinrich Schneider nach der Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe als Metzger an die Arbeit ging und neben der kleinen Landwirtschaft Hausschlachtungen betrieb, hielt sie in der Kneipe die Stellung.

„Früher kam es schon mal vor, dass mittags um elf Uhr ein Rentner Zeit hatte, in der Kneipe zu trinken – und jeden Abend war Betrieb“, erinnert sich Adelheid Schneider. Damals gab es in Moischeid sogar zwei Gasthäuser „Da musste man sich einen Tag freiboxen, dass man mal wegkonnte.“ Mit den Jahren habe sich das „kolossal gewandelt“, sagt Adelheid Schneider. Ohne die Familienfeiern würde sich die Kneipe nicht rentieren.

„Früher musste man sich einen Tag freiboxen, dass man mal wegkonnte.“

Adelheid schneider

Von einer reinen Schankwirtschaft haben Schneiders das Lokal zu einer festen Adresse für Geburtstage, Hochzeiten und Feste aller Art werden lassen. „Ohne die Hilfe der ganzen Familie wäre das nicht möglich gewesen“, sagt Adelheid Schneider, die die Festessen auch selbst kocht. Ihre Schwägerin Karin Dörfler, die beiden erwachsenen Kinder Lars und Tina, Schwiegertochter und Schwiegersohn sowie die fünf Enkel packen mit an.

Essen im DGH

Während sie anfangs noch Essen in das Dorfgemeinschaftshaus nach nebenan lieferten, können sie seit dem Umbau des großen Saals im Jahr 2005 rund 90 Gäste bewirten. Bis Mitte der 1980er-Jahre fand bei Riebelings im Saal auch die Kirmes statt.

„Die Moischeider stehen im Großen und Ganzen hinter uns“, freut sich das Gastwirtspaar, das sich noch gut an die Feier zum 150. Bestehen erinnert. Ob es in 25 Jahren wieder Grund zum Feiern gibt, ist jedoch bislang ungewiss. Adelheid Schneider: „Mal sehen, wie lange wir es noch schaffen.“ 

Das Programm: Anlässlich des 175. Bestehens des Gasthauses Riebeling laden Heinrich und Adelheid Schneider für Samstag, 10. Juni, alle Gilserberger und die sie kennen ein, mit ihnen zu feiern. Beginn ist um 11 Uhr mit einer Andacht mit Pfarrer Norbert Graß im Festzelt. Neben Liedvorträgen der Landfrauen gibt es musikalische Unterhaltung, Mittagsimbiss vom Grill sowie am Nachmittag Kaffee und Kuchen.

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