Langhaarige Zwergkaninchen 

Tiere mit Kuschelfaktor: Frau aus Sebbeterode züchtet Teddykaninchen

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Haben sich vor einigen Jahren in die plüschigen Zwergkaninchen verliebt und eine eigene Zucht aufgebaut: von links Nelly (9), Jana (13) und Nadja (35) Stumpf mit ihren Hochland-Teddys.

Sebbeterode. Wenn sie durch den Garten hoppeln, sehen sie aus wie hüpfende Wollknäuel: Teddykaninchen. Nadja Stumpf aus Sebbeterode züchtet diese Kaninchen. 

Mehr als ein Dutzend davon leben im Gilserberger Ortsteil Sebbeterode. Hochland-Teddys nennt Nadja Stumpf (35) ihre langhaarigen Zwergkaninchen. Vor allem bei Familien mit Kindern ist die neue Zucht der lebendigen Kuscheltiere beliebt.

„Sie sind sehr ruhig im Wesen, sehr menschenbezogen und können sehr zutraulich werden“, schwärmt Nadja Stumpf. „Die Teddywidder laufen einem fast hinterher wie ein Hund.“ Teddywidder ist eine der beiden Unterarten der Teddykaninchen, sie haben lange Schlappohren im Gegensatz zu den Teddyzwergen, die kleinere, stehende Ohren haben.

Sie selbst sei eher per Zufall auf die besonders plüschigen Vierbeiner gestoßen, als sie einen Gesellen für ihr Löwenkopfkaninchen suchte. „Da haben wir uns total in die Rasse verliebt.“

Deutschlandweit sind mittlerweile rund 170 Teddykaninchenzüchter registriert, Nadja Stumpf ist eine davon. Vor allem die cremeweiß farbenen Siam-Teddys, wegen ihrer Fellfarbe benannt nach den gleichnamigen Katzen, haben es ihr angetan. Ein Hobby für die ganze Familie – regelmäßig holen ihre drei Kinder Torben, Jana und Nelly frisches Grün von den Wiesen, sobald genügend gewachsen ist. Auch Heu, Gemüse aus dem eigenen Garten und eine spezielle Müslimischung bekommen die Zwergkaninchen zu fressen.

Langhaar braucht Pflege: Einmal pro Woche haben die Kaninchen bei Nadja, Jana oder Nelly einen Friseurtermin, dann wird das Fell durchkämmt, damit es nicht verfilzt. „Im Winter sind die Augen fast zugewachsen“, so die Hobbyzüchter.

Nachwuchs wird erwartet

Mit dem Frühjahr zieht auch der Nachwuchs bei den Hochland-Teddys ein. Rund zehn Würfe erwartet Stumpf diesmal. Löwenkopf-Kaninchen Maila hat bereits vor drei Wochen sechs Kleine bekommen, typisch für Kaninchen vollkommen haarlos und mit geschlossenen Augen. „Die Weibchen rupfen sich vor der Geburt ihr Fell aus und bauen selbst ein Nest“, so die Züchterin. „Auch minus 15 Grad machen den Tieren nichts aus.“

Rund 15 ausgewachsene Kaninchen halten Stumpfs in der Regel. Die Rammler stehen ab einem halben Jahr und einem Kilo Gewicht zum Decken bereit. Sie werden mit zwei Jahren kastriert, die Weibchen mit drei Jahren aus der Zucht herausgenommen und stehen als lebendige Kuscheltiere zum Verkauf. Acht bis zehn Jahre können die Zwergkaninchen alt werden.

In Österreich, Tschechien, Holland und Dänemark haben die Hochland-Teddys schon ein neues Zuhause gefunden, vermittelt übers Internet. „Einmal hat sich eine schwedische Familie während der Urlaubsdurchreise Kaninchen reserviert und auf der Rückreise mit nach Skandinavien genommen“, erinnert sich Nadja Stumpf.

170 Züchter in Deutschland registriert

Teddykaninchen sind sehr junge Züchtungen. Die Rasse ist weder vom Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK) noch vom Bund Deutscher Kaninchenzüchter (BDK) anerkannt.

In letzterem Verband sind die Teddykaninchen jedoch seit 2009 als Neuzucht zugelassen. Deutschlandweit sind mittlerweile rund 170 Teddykaninchen-Züchter registriert. Das Besondere an den Teddykaninchen ist ihr weiches Fell. 

Wegen ihrer Ohren werden die Teddykaninchen in Teddyzwerge mit stehenden und Teddywidder mit herabhängenden Ohren unterschieden. Die Teddywidder haben rund 25 Zentimeter lange Schlappohren.

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