Verstorbener Altbundespräsident

Roman Herzog besuchte im Juni 1995 Gilserberg

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Gut gelaunt und beeindruckt: Bundespräsident Herzog zusammen mit Ministerin Iris Blaul im Garten der Paritätischen Nachsorge in Gilserberg im Juni 1995.

Gilserberg. Auch den Schwalm-Eder-Kreis hat Roman Herzog während seiner Bundespräsidentenschaft besucht. Wir blicken zurück auf den Besuch des am Montag verstorbenen Politikers. 

Im Juni 1995 besichtigte Herzog die Paritätische Nachsorgeeinrichtung in Gilserberg. Mit einem Hubschrauber ist Roman Herzog damals auf dem Gilserberger Sportplatz gelandet, war in der Schwälmer Allgemeinen vom 16. Juni 1995 zu lesen. Direkt nach seiner Ankunft im Gilserberger Hochland, traf er auf ein kleines Mädchen, das den Bundespräsidenten um ein Autogramm bat. Das gab das Staatsoberhaupt bereitwillig - und gab dem Mädchen auch gleich einen Ratschlag mit auf den Weg. Sie solle doch bitte schöner schreiben lernen.

Herzog war der erste Bundespräsident, der Gilserberg einen Besuch abstattete. Grund des Besuchs war die Besichtigung der Einrichtung für Suchtkranke. Dessen Leiter Norbert Pulm hatte zusammen mit Dietrich Newels nämlich etwas ganz besonderes aufgebaut: einen Bonsaigarten, wie im damaligen HNA-Bericht über den Besuch des Bundespräsidenten zu lesen war.

Vor Ort verschaffte sich Herzog ein Bild von der Einrichtung für Suchtkranke und ließ sich die Ziele und das Konzept der Einrichtung erläutern. Im damaligen HNA-Bericht war zu lesen: „Sichtlich beeindruckt von der Arbeit, meinte Herzog: ‘Man muss immer wieder neue Wege suchen, auch wenn die Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen werden‘. Überrascht war Bundespräsident Herzog von der menschlichen Wärme und dem Verhältnis unter den Patienten. ‘Ich hätte nie gedacht, dass solch kleine Bäume etwas gegen die Macht der Sucht bewirken können‘. Sein Eindruck nach dem kurzen Besuch sei, dass in Gilserberg ein untypischer Weg eingeschlagen werde, der offensichtlich zum Erfolg führe. Dies zeige, dass im sozialen Bereich neue Ideen nötig seien.“

Präsident zum Anfassen 

Begeisterung löste der Besuch von Roman Herzog auch bei den Gilserbergern aus. „Unser Bundespräsident ist ein toller Mann, mit dem kann man reden“, wird Wilhelm Josef Heck im damaligen HNA-Bericht zitiert.

Nach dem Besuch der Nachsorgeeinrichtung wurde Roman Herzog im Gilserberger Rathaus empfangen. Hunderte Gilserberger hatten sich dort versammelt und bereiteten dem Staatsoberhaupt einen stürmischen Empfang. „Einen solch großen Bahnhof hätte ich nach dem Besuch im alten Bahnhof nicht erwartet“, scherzte Herzog.

Nach dem obligaten Eintrag ins Goldene Buch mischte sich der Bundespräsident anschließend noch unter die Besucher und wechselte mit ihnen einige Worte.

Dann musste er wieder weiter. „Im Vergleich zu meinem Terminplan ist ein Drehbuch gar nichts“, hatte er zuvor noch scherzhaft kommentiert.

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