Kühles Nass im Gilserberger Hochland

Familiär und nah: Moischeider Schwimmbad wird ehrenamtlich organisiert

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Haben Spaß am Wasser: Zu den Moischeider Schwimmbadfrauen gehören mittlerweile auch Männer. Von links: Timo Stehling, Eva Knabe, Karin Dörfler, Marlis Lomp, Brigitte Pomorin, Ralf und Sandra Pomorin, Sabine Stehling. Nicht alle Helfer waren zum Fototermin vor Ort .  

Moischeid. Bei der derzeitigen Hitze lässt es sich im Schwimmbad in Moischeid gut aushalten. Das Bad wird ehrenamtlich organisiert.

Bei über 35 Grad Lufttemperatur und 23 Grad Wassertemperatur ließ es sich am Dienstag im Schwimmbad in Moischeid gut aushalten.  Das fand auch die 67-jährige Edeltraud Stehling und zog am frühen Nachmittag mit Enkelin Theresa in dem Becken ein paar Bahnen. „Ich schwimme hier schon, seit es vor gut 50 Jahren eröffnet wurde. Es ist gemütlich und man kennt jeden“, erzählt die Moischeiderin.

Im Gegensatz zu den großen Bädern im Altkreis geht es im Moischeider Freibad sehr familiär zu. „Wir schauen auch mal, ob alle Kinder mit Sonnencreme eingecremt sind“, sagt Eva Knabe von den Schwimmbadfrauen. Im kleinen Kiosk stehen Karin Dörfler, Marlis Lomp, Brigitte Pomorin und versorgen die Badegäste mit hausgemachten Waffeln, Eis, Süßigkeiten und Pommes Frites. Sie sei die Pommesfrau, sagt Lomp lachend: „Schnucke können sich die Kinder bei uns aussuchen und für 10 Cent das Stück in eine Tüte füllen.“ Nicht nur die Süßigkeitspreise wecken Erinnerung an vergangene Tage, auch der Eintritt ist mit 80 Cent für Kinder und 1,50 Euro für Erwachsene mehr als moderat.

Neben einer schattigen Liegewiese findet sich im Moischeider Freibad wie bei seinen großen Pendants auch ein kleines Babybecken und allerlei Spielgerät. Eine Rutsche sorgt für Abwechslung.

Seit Kurzem kann man es sich auch in einer Lounge gemütlich machen. Eine Bremsenfalle schützt vor lästigen Insekten. Eigentlich nicht erlaubt, aber mit Augenzwinkern doch geduldet: der Sprung vom Beckenrand. Das sei kein Problem, sagen Sebastian, Johannes und Simon verschmitzt auf die Bitte des Reporters und nehmen für das Pressefoto erneut ordentlich Anlauf.

Das Schwimmbad in Moischeid entstand 1971 aus einen Feuerlöschteich auf Initiative des damaligen Bürgermeistes Wilhelm Möller. Nach der Gebietsreform ging es in den Besitz der Gemeinde Gilserberg über, die das Bad bis heute betreibt. Viele Jahre habe sich die Familie Möller um das Schwimmbad gekümmert, erzählt Brigitte Pomorin: „Seit 1991 machen es die Schwimmbadfrauen.“ Während der Bauhof ein Auge auf die Technik hat, liegt die Organisation des Badebetriebs bis heute in ehrenamtlichen Händen.

Das Team umfasse zehn Frauen und Männer, sagt Eva Knabe. Ein Großteil verfügt über eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer und übernimmt in der Badesaison im Schichtbetrieb die Badeaufsicht. Mittlerweile hat sich sogar eine DLRG-Ortsgruppe herausgebildet. Beachtenswert: Die Moischeider bieten auch Schwimmunterricht an. Im letzten Jahr habe man auch Flüchtlingen das Schwimmen beigebracht, sagt Knabe und Sandra Pomorin fügt an: „Richtig langweilig wird es nie.“

Öffnungszeiten: In den Ferien von 13 bis 19 Uhr. Außerhalb der Ferien von 15 bis 19 Uhr.

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