Gilserberger Weidehof Kohl

Sie hüpfen vor Freude: Gilserberger Kühe dürfen endlich wieder auf die Weide

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Kein Halten mehr: Die Kühe springen vor Freude über ihren Ausgang herum.

Richtige Freudensprünge machten die Kühe des Gilserberger Weidehofs der Familie Kohl, als sie nach vier langen Monaten im Stall wieder auf ihre Weide durften.

Wenn Kühe sprechen könnten, hätten sie sicher „Das ist spitze“ gerufen. Die Kühe des Gilserberger Weidehofs der Familie Kohl durften nach langer Zeit wieder auf ihre Weide. Die liegt auf dem Gelände des Hofs – gleich hinter dem Boxenlaufstall.

„Wenn Schnee liegt, lassen wir die Kühe auch im Winter raus“, sagt Karl-Heinrich Kohl, der gemeinsam mit Frau Rosemarie und Sohn Lucas den Biobetrieb am Ortsrand bewirtschaftet. Doch weil der Schnee in diesem Winter nicht liegen blieb, musste die Herde im Stall bleiben. Im Feuchten wird die Grasnarbe geschont, damit jetzt im Frühjahr wieder genügend Grün nachwachsen kann.

Umso größer war die Lust der Tiere, ihren natürlichen Bewegungstrieb auszuleben – das hatten sie zuletzt im November getan. Ziegenbock Oskar, der sich die Weide mit dem Milchvieh teilen sollte, nahm schnell Reißaus und schlüpfte durch den neuen Metallzaun, der den früheren Stacheldraht ersetzt. Nach wenigen Minuten in Freiheit fochten die Kühe auch ihre Rangfolge neu aus – Kopf an Kopf. „Früher, als sie im Anbindestall standen, war das noch schlimmer“, erinnert sich Karl-Heinrich Kohl.

Kühe können frei wählen, ob sie drinnen oder draußen sein wollen

Auf dem Weidehof gibt es mittlerweile neben der Rasse Schwarzbunte Holstein Frisian auch Schwedisch Rotbunte. „Wir kreuzen die Herde mit Schwedisch Rotbunten ein, da diese Rasse robuster und gesünder ist und nicht nur auf eine hohe Milchleistung gezüchtet wird. Das passt besser zu unserem Biobetrieb“, sagt Lucas Kohl.

Die Weide entspricht der natürlichen Haltungsform der Tiere. Während der Weidezeit können Kohls Kühe frei wählen, ob sie lieber im Stall bleiben oder nach draußen wollen, der eingezäunte Weg führt direkt in Freie. „Wenn es im Sommer richtig heiß ist, bleiben die Kühe lieber tagsüber im Stall und gehen nachts nach draußen“, weiß Karl-Heinrich Kohl.

Karl-Heinrich Kohl (links) und Lucas Kohl begleiteten ihre Kühe beim Weideaustrieb. Den Tieren war die Freude deutlich anzusehen.

Zwei-, dreimal am Tag gehen die Tiere auch selbstständig zum Melkroboter im Stallgebäude, wo sie nach und nach maschinell gemolken wird. Beim Melkroboter warten Getreide und Lupinen aus eigenem Anbau als zusätzliches Futter auf die Kühe. „Das zieht die Tiere an“, erklärt der Landwirt.

Halsband mit Chip kontrolliert Milchabgabe

Jede Kuh hat ein Halsband mit Chip, der erkennen lässt, wie viel Milch pro Tag eine Kuh gibt – Natur und Technik Hand in Hand. Demnächst werden Kohls Kühe über diesen Chip und ein Tor am Stallausgang auch auf verschiedene Weiden mit mehr oder weniger Gras geleitet – je nach den Bedürfnissen des einzelnen Tieres. Neben dem Gras auf der Weide bekommen die Kühe noch zusätzlich Kleegras.

Rinder hüpfen vor Freude: Weideaustrieb auf Gilserberger Weidehof Kohl

Weideaustrieb Gilserberger Weidehof Kohl
 © Kerstin Diehl
Weideaustrieb Gilserberger Weidehof Kohl
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Weideaustrieb Gilserberger Weidehof Kohl
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Weideaustrieb Gilserberger Weidehof Kohl
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Weideaustrieb Gilserberger Weidehof Kohl
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Weideaustrieb Gilserberger Weidehof Kohl
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Weideaustrieb Gilserberger Weidehof Kohl
 © Kerstin Diehl

Die Milch der Kühe kann täglich frisch im Selbstbedienungs-Hofladen gezapft werden. Der 240-Hektar-Biobetrieb verzichtet seit fast 30 Jahren vollkommen auf Pestizide und mineralische Dünger bei der Bewirtschaftung des Grünlandes und der Getreideflächen, sondern wirtschaftet nach dem ökologischen Kreislauf – Futter und Dünger kommen aus dem eigenen Betrieb.

Neben den Milchkühen gehört auch noch eine Herde Galloway-Rinder zum Betrieb. Das Fleisch der Rinder vermarkten Kohls selbst.

Milchqualität hängt vom Futter ab

Mit dem Selbstbedienungs-Hofladen in der Ortsmitte gleich hinter dem Hof ist für die Landwirtsfamilie Kohl vor ein paar Monaten ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen: Das eigene Produkt direkt dem Verbraucher anbieten zu können. 

Und das kommt bei den Kunden gut an. „Es ist wunderbar. Die Milch ist frisch und schmeckt sehr gut – so wie ich es aus meiner Kindheit kenne“, sagt Viktoria Sandrock (Gilserberg), die sich gerade im Selbstbedienungsladen Milch abzapft. Neben der eigenen Milch gibt es hier aus Automaten auch andere regionale und biologische Produkte wie Wurst, Käse, Kaffee und Eier zu kaufen. Und das rund um die Uhr.

Katharina Schmidt zeigt die frische Biomilch, die es im Selbstbedienungs-Hofladen zu kaufen gibt.

 

Die Milch wird täglich frisch mit einer 50-Liter-Kanne zu dem Frischmilchautomaten transportiert. Jeden zweiten Tag holt auch ein großes Milchauto der BMI (Beste Milch Idee), ein Bio-Lieferant der Bayrischen Milchindustrie, bei Kohls den Großteil der Milch ab. „Man kann anhand der Milch feststellen, was eine Kuh gefressen hat – und dies hat auch Auswirkungen auf die Milch“, sagt Lucas Kohl, selbst Agrarwissenschaftler. 

So sei nach einer Studie der Universität Kassel der Gehalt an gesunden Omega-3-Fettsäuren und konjugierter Linolsäure (CLA) bei Milch von Kühen höher, die statt Mais- und Grassilage frisches Gras und Heu fressen.

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