Vom Leben auf dem Land

Heimatgeschichtlicher Arbeitskreis gibt Kalender 2022 heraus

Kalenderblatt für den Dezember, eine Aufnahme vom Krippenspiel in Moischeid 1962.
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Kalenderblatt für den Dezember, eine Aufnahme vom Krippenspiel in Moischeid 1962.

Rechtzeitig vor dem Fest ist er da – der Gilserberger Heimatkalender. Seit 1996 veröffentlicht der Heimatgeschichtliche Arbeitskreis Gilserberg jährlich einen Kalender mit Fotos aus der älteren und jüngeren Historie des Gilserberger Hochlands.

Gilserberg. Wie kaum ein anderer zuvor zeigt das jüngste Exemplar Leben und Kultur in unserer Heimat. Kleine Dörfer ganz groß möchte man beim Durchblättern des Din-A-3-großen Kalendariums meinen, der in keinem Gilserberger Haushalt fehlen sollte – Zeitdokument des früheren und heutigen Lebens auf dem Land. Und so manch Hochländer dürfte sich auf einem der 13 wie gewohnt in schwarz-weiß gehaltenen Bildmotive wiedererkennen: Allen voran die Mitglieder des Heimatlichen Arbeitskreises selbst, die Jahr für Jahr Dr. Jochen Führer aus Appenhain zuarbeiten und geeignete Bilder aus ihren privaten Archiven hervorkramen.

Aber auch die Schönauer Mitglieder des Frauenvereins, der 2017 in geselliger Runde Fasching feierte – ein Bild wie aus einer vergangenen Zeit. 30 Jahre alt ist das Bild der Jugendfeuerwehr Appenhain/Itzenhain. Mehr als 80 Prozent der Jugendlichen sind in den 1990er-Jahren in dem einzigen dörflichen Verein organisiert, schreibt Führer dazu. Ein besonderer Hingucker: Die Aufnahme des Fußball-Nachwuchses, die B-Jugend des TSV Gilserberg aus dem Jahr 1976 oder ein Bild der E-Jugend des TSV Gilserberg aus dem Jahr 2010.

Aber auch die Zeltkirmes in Sachsenhausen, die Anfang der 1980er-Jahre in feinem Zwirn und Zylinder feierlich-amüsant begraben wird oder Winterscheider Schüler im Schwimmbad in Gemünden – eine Aufnahme aus dem Sommer 1971 zeigen auf interessante Weise Szenen aus dem täglichen und nicht alltäglichen Leben.

Ob Krippenspiel in Moischeid 1962, Bändertanz beim Bezirksfeuerwehrfest in Lischeid 1970, Goldene Konfirmation in Sebbeterode 1989 oder Heimbacher Vereine auf Reise in Berlin 1995: Es sind viele Erinnerungen an Menschen und teils einmalige Begegnungen, die mit dem Fotokalender geweckt werden. Die letzte Distelkirmes in Appenhain liegt mehr als drei Jahrzehnte zurück, doch dass sie Groß und Klein begeisterte, zeigt nicht nur das Kalenderblatt vom August, das die gebannten Kinderaugen zeigt, die auf den Auftritt eines Zauberers gerichtet sind.

Das älteste Foto des Kalenders ziert das noch junge Jahr, den Januar. Es zeigt die Rot-Kreuz-Ortsgruppe Schönstein in den 1950er-Jahren, die noch mit Motorrädern unterwegs war.

Besonders machen den Gilserberger Heimatkalender die Informationen zu den Bildern aus, die Führer auf jeder Rückseite preisgibt – auch manche Anekdote ist dabei. Und nicht zuletzt der monatliche Hinweis auf Veranstaltungen in der Großgemeinde machen den Kalender zudem besonders. (Kerstin Diehl)

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