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Sachsenhausen: Wehr zieht in neues Haus

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Das neue Feuerwehrhaus in Sachsenhausen kostete knapp eine Millionen Euro. Am Wochenende konnte es die Wehr offiziell einweihen.
Das neue Feuerwehrhaus in Sachsenhausen kostete knapp eine Millionen Euro. Am Wochenende konnte es die Wehr offiziell einweihen. © Philipp Knoch

Die Feuerwehr Sachsenhausen feierte am Samstag den offiziellen Einzug in ihr neues Feuerwehrhaus und das 70-jährige Bestehen der Wehr. Zusätzlich wurde mit dem Einsatzstellenhygieneanhänger den Wehren im Hochland neue Ausrüstung übergeben.

Sachsenhausen - Wehrführer Thorsten England hat den Bau begleitet. „Die ersten Pläne für ein neues Feuerwehrhaus gab es schon 2012“, erzählt er. Früher war die Feuerwehr in einem Schuppen neben dem DGH untergebracht, ohne sanitäre Anlagen oder Schulungsraum. Umziehen mussten sich die Einsatzkräfte neben dem Feuerwehrfahrzeug in der Maschinenhalle.

Zuerst dachte man über einen zweigeschossigen Anbau nach, diese Idee habe man aber wieder verworfen. „Eine Feuerwehr benötigt genauso viele Parkplätze wie Sitzplätze in den Feuerwehrfahrzeugen, das war am alten Standort nicht möglich.“

Der Platz für das neue Feuerwehrhaus, zwischen Festplatz und Schützenhaus in Sachsenhausen, fand sich schnell. Die Idee kam aus den Reihen der Feuerwehr. Der Spatenstich erfolgte 2019.

Thorsten England Feuerwehr Sachsenhausen
Thorsten England Feuerwehr Sachsenhausen © Philipp Knoch

Bau kostete knapp eine Millionen Euro

Insgesamt hat die Feuerwehr Sachsenhausen in ihrem neuen Feuerwehrhaus 320 Quadratmeter Nutzfläche. Der Bau habe fast eine Millionen Euro gekostet. Viele Arbeiten haben Mitglieder der Feuerwehr ausgeführt, berichtet England, die Malerarbeiten in dem Feuerwehrhaus und Erdarbeiten zum Beispiel.

Der Bau habe sich durch die Pandemie extrem verzögert. „Teilweise durften sich nur zwei Mitglieder der Feuerwehr im Gebäude aufhalten. Es gab auch die Regelung, dass nur eine Baufirma am Feuerwehrhaus arbeiten durfte.“ Glücklicherweise habe man mit der Feuerwehr schon 2020 in die neuen Räume umziehen können, obwohl das Außengelände noch nicht komplett fertig gewesen, berichtet der Wehrführer im HNA-Gespräch.

Jetzt gibt es für die 24 Feuerwehrleute der Einsatzabteilung und 20 Mitglieder der Jugendfeuerwehr getrennte Umkleiden mit Duschen, einen großen Schulungsraum und eine Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen. Geplant sei, dass die Feuerwehr Sachsenhausen 2024 ein mittleres Löschfahrzeug bekommen solle. Besonders stolz ist England auf den neuen Einsatzstellenhygieneanhänger. Dieser sei der erste seiner Art im gesamten Schwalm-Eder-Kreis.

Der neue Einsatzstellenhygieneanhänger steht allen Wehren im Hochland zur Verfügung.
Der neue Einsatzstellenhygieneanhänger steht allen Wehren im Hochland zur Verfügung. © Philipp Knoch

„Wenn Feuerwehrleute mit Atemschutz in ein Gebäude müssen, setzt sich der Rauch auch in die Einsatzbekleidung“, erklärt England. Durch Ausdünstungen oder Hautkontakt könne der Körper die giftigen Brandstoffe auch nach dem Einsatz noch aufnehmen.

Der zweiachsige Pkw-Anhänger könne allen Wehren der Gemeinde Gilserberg nun helfen. In ihm haben die Feuerwehrleute nach einem Einsatz die Möglichkeit, mit FFP2-Maske und Handschuhen ausgestattet, sich umzuziehen und sich grob zu waschen.

Danach würden sie in das Feuerwehrhaus Sachsenhausen gefahren, wo sie sich gründlich duschen könnten.

„Wir sind immer noch eine freiwillige Feuerwehr. Ich will es als Wehrführer nicht verantworten, wenn jemand wegen eines Feuerwehreinsatzes an Krebs erkrankt“, sagt England.

Mit dem neuen Feuerwehrhaus sei die Feuerwehr Sachsenhausen gut für die Zukunft vorbereitet. Man müsse mit mehr Einsätzen rechnen, schließlich läge Sachsenhausen an einem Autobahnzubringer. (Philipp Knoch)

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