Plätzchenduft erfreut das Herz

Weihnachten im Hospiz Kellerwald in Gilserberg

Zwei Frauen stehen vor den historischen Küchenutensilien.
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Weihnachten im Hospiz: Pflegedienstleitung Nicole Göllner und Claudia Langhans-Kloss vor den historischen Küchenutensilien.

Bewohner und Besucher des Kellerwaldhospizes konnten sich an einem nostalgischen Weihnachtsbäckerei-Ensemble erfreuen. Sogar einen antiken Küchentisch hat eine Mitarbeiterin organisert.

Gilserberg – Ein schweres historisches Waffeleisen, Plätzchenformen, Nudelholz, Zimtstangen und Orangenschalen - Bewohner und Besucher des Kellerwaldhospizes dürfen sich dieser Tage an einem nostalgischen Weihnachtsbäckerei-Ensemble erfreuen. „Wir versuchen, unseren Gästen die nicht einfache Zeit so schön wie möglich zu gestalten. Da darf es an etwas Nostalgie und Leckereien nicht fehlen“, sagt Pflegedienstleitung Nicole Göllner.

Hospizmitarbeiterin Claudia Langhans-Kloss arrangierte allerlei historische Küchenutensilien, brachte gar ihren eigenen, antiken Küchentisch ins Hospiz, um ein wenig Weihnachtszauber zu verbreiten. „Viele Utensilien verwende ich sogar heute noch in meiner Küche“, so Langhans-Kloss, die für den guten Zweck nun eben aber auf ihre Milchkännchen und Schüsselchen ein paar Wochen verzichtet.

Weihnachten im Hospiz: Rezept für Honigkuchen wurde aufgeschlagen

„Ich habe mir für zu Hause jetzt einen Küchentisch bei einer Freundin geliehen“, so Langhans-Kloss, die mit gekonntem Auge die nostalgische Weihnachtsbäckerei arrangierte. Eine alte Nussmühle, hölzerne Küchenbrettchen, gläserne Vorratsdosen, Küchentücher aus Omas Zeiten – ein Anblick, der sicherlich so manch Hospizgast an seine eigene Kindheit erinnert. Ganz zentral ein Kochbuch aus dem Jahr 1938, das Claudia Langhans-Kloss einst von ihrem Vater geschenkt bekam. Natürlich wurde das Weihnachtskapitel mit einem Rezept für Honigkuchen aufgeschlagen. „In diesem Jahr ist so vieles anders. Da ist es besonders wichtig, dass die Herzlichkeit nicht verloren geht“, so Göllner.

So werden dieses Weihnachten wohl auch alle Hospizgäste im Hospiz verbleiben, würde ein Besuch zu Hause doch eine erneute Quarantäne nach sich ziehen. „Das vermummte Versorgen in Quarantänezimmern in voller Marsmännchen-Schutzmontur macht den Menschen Angst“, so die Beobachtungen Göllners. Darum versuchen die Mitarbeiter so manch advent- und weihnachtliche Tradition im Haus mit eigenen Ideen aufzufangen. So werden beispielsweise alle Zimmertüren geöffnet, wenn in der Hauswirtschaft duftende Vanillekipferl gebacken werden, denn so könne der Duft der noch warmen Plätzchen auch jeden Gast erreichen. Jedes Zimmer habe ein eigenes Adventsgesteck und die Fenster sind mit bunten Sternen geschmückt. „Unsere Gäste dürfen auch gerne eigene Weihnachtsdekorationen im Zimmer haben.

Nachfrage nach Hospizplatz gesunken

Dem ein oder anderen liegt beispielsweise die eigene Weihnachtskrippe besonders am Herzen“, weiß Nicole Göllner. Die Nachfrage nach einem Hospizplatz ist mit den verschärften Corona-Bedingungen wieder gesunken. Zum einen seien einige vermittelnde Geriatrie-Stationen wieder zu Corona-Stationen umfunktioniert worden und zum anderen hätte viele Familien durch Kurzarbeit auch mehr Zeit, sich um die Pflege ihrer Angehörigen wieder selbst zu kümmern. Die Besuchsmöglichkeiten sind durch die Corona-Regularien zwar zeitlich eingegrenzt und auf bestimmte Personen beschränkt, aber isoliert leben die Hospizgäste deswegen noch lange nicht.

Viele sonst üblichen Adventsdarbietungen wie zum Beispiel das Spiel des Posaunenchores müssten dieser Tage aber entfallen und umso wichtiger sei es, dass es Ehrenamtliche gäbe, die mal am Klavier ein paar weihnachtliche Klänge durchs Haus schickten. So setzt sich der junge Musiker Jannik Schmidt beispielsweise gerne mal ans E-Piano und spielt für die Hospizgäste einige Stücke. „Wir würden uns über weitere ehrenamtliche Hilfe freuen. Viele unserer bisherigen Ehrenamtler gehören selbst zur Risikogruppe, da wäre es schön, wenn es weitere Mitstreiter geben würde“, meinte Nicole Göllner. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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