Ganz besonderes Fotomodell

Foto-Star an Weihnachten: Kuh wird festlich bemalt und dekoriert

Vier Personen stehen mit einer Kuh auf einer Weide. Das Tier ist weihnachtlich dekoriert.
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Die Gilserberger Landwirtsfamilie Führer mit ihrer Weihnachtskuh Christa. Von links Marco, Carina, Nico und Ute Führer. Es sind Eltern und Kinder – daher stehen sie trotz Pandemie nah beieinander ohne Masken.

Eine Kuh aus Gilserberg wird zum Fotostar der Weihnachtstage: Bei Landwirtsfamilie Führer wurde Weihnachtskuh Christa festlich bemalt und auf der Weide in Szene gesetzt.

Gilserberg – Die Idee kam ihnen beim Plätzchenbacken und Glühweintrinken an einem späten Samstagnachmittag mitten im Advent. Maren Engeland und Carina Führer waren gerade dabei, ausgestochene Herzen, Elche und Schweinchen mit Zuckerstreusel zu bestreuen und daraus so etwas wie eine minimale Adventsfeier zu machen – in diesem Jahr war coronabedingt ja sonst nicht viel los. Doch warum nicht auch mal eine lebendige Kuh dekorieren, statt nur Süßes aus Teig, dachten sich die beiden Freundinnen aus Gilserberg.

Der Gedanke lag nah, haben Führers doch eine ganze Menge Schwarzbunte im Stall stehen – 180 genau. Carina Führer (22), die in Gießen Agrarwissenschaften studiert, hilft regelmäßig beim Füttern, Misten, Melken. Doch Weihnachts-Kuh Christa hat ihr Vater Marco ausgesucht – denn die Dame der Rasse Deutsche Holstein hat nicht nur wenige Abzeichen, sondern auch ein besonders ruhiges Gemüt. „Das war wichtig, damit sie beim Bemalen stillhielt“, so Carina Führer.

Weihnachtskuh: Mit Viehmarkierungsstiften bemalt

War die Idee einmal geboren, gab es bei den beiden Freundinnen kein Halten mehr – sie bestellten Viehmarkierungsstifte in Rot, Lila, Grün, Blau und Gelb, besorgten eine riesige goldene Girlande, kramten Zipfelmützen hervor und legten ihre hübschen Winterpullis raus – die hatten sie sich schon im vergangenen Jahr in gleichen Farben gekauft. Als alles beisammen war, konnte es losgehen: Landwirt Marco Führer brauste die Kuh sorgsam mit dem Wasserschlauch ab und die Freundinnen begannen zu schrubben und zu bürsten, was das Zeug hielt. „Ich hatte meinen Pferdeputzkasten mitgebracht und Carina ein paar Handtücher“, berichtet Maren Engeland, die Wirtschaftsrecht studiert und eigentlich nichts mit Kühen am Hut hat.

Doch für einen Spaß ist die 27-Jährige immer gut zu haben, so auch dieses Mal. Schließlich kamen die Stifte zum Einsatz: Ein riesiger Tannenbaum zierte bald das Hinterteil der Kuh. „Frohe Weihnachten“ schrieben sie in roter Schreibschrift auf den Bauch sowie gelbe Sterne und blaue, violette, rote, gelb und grüne Weihnachtskugeln auf das gesamte Fell verteilt. Schließlich malten sie der Kuh noch ein kleines rotes Herz ins Gesicht, setzten ihr eine rote Zipfelmütze auf und gaben ihr den Namen Christmas-Kuh-Christa. Fürs Fotoshooting sollte Christa nach draußen gehen, doch das erwies sich anfangs leichter gedacht als getan. Maren England hatte zum Führen ein grünes Pferdehalfter und einen Strick mitgebracht, doch Christa wollte den wohlig warmen Stall nicht verlassen. „Die war so stark, dass Carinas Bruder Nico sie aus dem Stall ziehen musste“, so Maren Engeland.

Weihnachtskuh: Kuh-Spektakel sorgt für Aufmerksamkeit

Eltern, Geschwister und Freunde hatten sich mittlerweile am Stall eingefunden, um das Kuh-Spektakel zu verfolgen. Einmal draußen auf der Weide sollte Christa die Schaulustigen nicht enttäuschen: Sie machte wahre Bocksprünge im Schnee und lief erst einmal davon. Doch nach einer Weile ließ sich das Rindvieh wieder einfangen – wohl auch etwas ermüdet von dem langen Frisieren und Schminken, wobei sie brav stillgehalten und alles über sich hatte ergehen lassen. „Eigentlich wollten wir nur Fotos für Weihnachtskarten für Freunde und Familie machen“, berichten Maren Engeland und Carina Führer. Doch die Bilder waren so schön geworden – „da dachten wir, das wäre vielleicht auch etwas für die Zeitung“. (Kerstin Diehl)

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