Aktion

Wenn es brennt, Eimerkette bilden: Feuerwehr macht auf Personalmangel aufmerksam

Lischeid. Die freiwillige Feuerwehr Lischeid hat Personalmangel, ist deshalb zurzeit nur bedingt einsatzbereit und befürchtet, bald nicht mehr richtig helfen zu können. 

Der demografische Wandel macht sich auch in der freiwilligen Feuerwehr des Gilserberger Ortsteils Lischeid deutlich bemerkbar. Die Zahl der aktiven Mitglieder der Lischeider Einsatzabteilung ist seit Jahren rückläufig. Die "Aktion Haushaltslöscheimer" soll Abhilfe schaffen.

Die Situation

Jeder, der in eine Notlage gerät, erwartet schnelle und kompetente Hilfe, wenn er den Notruf wählt. Dazu ist es jedoch unbedingt notwendig, dass sich bei der Feuerwehr auch ausreichend gut ausgebildete Feuerwehrleute engagieren. Gemäß gesetzlicher Vorgaben müssten in Lischeid mindestens 18 aktive Einsatzkräfte ehrenamtlichen Dienst verrichten, darunter beispielsweise acht ausgebildete Atemschutzgeräteträger. Tatsächlich sind es dort jedoch deutlich weniger als zehn Aktive und nur ein einziger Atemschutzgeräteträger. Die Feuerwehr Lischeid ist daher zurzeit nur bedingt einsatzbereit, heißt es in einer Pressemitteilung der Wehr.

Die Aktion

Deshalb gingen die Lischeider Feuerwehrkameraden jetzt mit einer ungewöhnlichen Aktion an die Öffentlichkeit: sie verteilten gemeinsam mit Mitgliedern der örtlichen Jugendfeuerwehr und Mitgliedern des Ortsbeirats sogenannte "Haushalts-Löscheimer" an alle knapp 150 Haushalte des Ortes. Dazu bekam jeder eine Übersicht zu Verhaltensregeln im Brandfall, sollte künftig keine Feuerwehr mehr vor Ort sein. Außerdem wurden Infoflyer verteilt, um auf gefährliche Missstände im Ort hinzuweisen.

Die Bedeutung

Auf traurige Art hat sich die Wichtigkeit dieser Aktion keine 30 Stunden nach deren Abschluss bereits gezeigt. So wurden die Lischeider Brandschützer zu einer "unklaren Rauchentwicklung mit vermisster Person" nach der Einsatzkategorie F4 in Lischeid alarmiert. Auf dem Herd vergessenes Essen hat einen Rauchmelder aktiviert. Durch dessen Piepen aufmerksam gewordene Nachbarn alarmierten die Feuerwehr. Diese rückte mit den Ortsteilwehren Gilserberg, Sebbeterode, Winterscheid, Heimbach, Itzenhain und natürlich auch Lischeid aus. Insgesamt waren hier 39 Feuerwehrmänner und -frauen im Einsatz. Aus Lischeid waren jedoch lediglich zwei Kameraden vor Ort, darunter kein Atemschutzgeräteträger (AGT). Erst die nachrückenden AGT aus den Ortsteilen Winterscheid, Gilserberg und Heimbach konnten den noch schlafenden Mann aus der verrauchten Wohnung retten.

Die Verhaltensregeln

Der Text aus dem Infoflyer "Verhalten im Brandfall":

  1. Ruhe bewahren! Es wird schon nicht so schlimm werden;
  2. Brand melden! Rufen Sie die Feuerwehr an;
  3. Ca. 10 Min. abwarten! Hoffen, dass die Feuerwehr kommt;
  4. Wenn keine Feuerwehr vor Ort: Löscheimer mit Wasser befüllen, selbstständig löschen;
  5. Wenn Feuer zu groß: Nachbarn informieren, Eimerkette bilden. 

Rubriklistenbild: © Wüstefeld

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