Gießener Unternehmen „iTerra“ übernimmt Projektentwicklung

Windkraft in der Region künftig ohne Abicon

Die Rodungsarbeiten für die Windkraftanlagen im Wald bei Linsingen sollen nach Angaben von iTerra bis Ende Februar abgeschlossen werden. Unser Bild zeigt einen Teil der markierten Fläche.
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Die Rodungsarbeiten für die Windkraftanlagen im Wald bei Linsingen sollen nach Angaben von iTerra bis Ende Februar abgeschlossen werden. Unser Bild zeigt einen Teil der markierten Fläche.

Wenn in der Region in den vergangenen Jahren von Windkraft gesprochen wurde, fiel im selben Atemzug auch oft der Name Abicon. Jetzt hat die Firma den Geschäftszweig abgegeben.

Gilserberg – Jahrelang stand der Name Abicon in der Region als Synonym für viele Windkraftprojekte. Das wird in Zukunft nicht mehr so sein. Abicon habe sich komplett aus der Planung von Windkraftanlagen zurückgezogen, informierte Geschäftsführer Michael Greese. Laut Greese war Abicon in der Region an acht Windkraftprojekten mit einer Leistung von 120 Megawatt beteiligt. Es gibt einen Nachfolger: Die Firma iTerra aus Gießen sei jetzt für die Abicon-Windkraft-Projekte verantwortlich, teilte Rudi Weber, Leiter Standortentwicklung des Unternehmens, unserer Zeitung mit. Der Wechsel erfolgte bereits Anfang vergangenen Jahres, wurde nur nicht offen kommuniziert. Auch die bei Abicon für Windkraft verantwortlichen Mitarbeiter seien nun Teil der Belegschaft von iTerra, sagte Weber.

Dass es Veränderungen bei Abicon gegeben habe, sei ihm bekannt, erklärte Gilserbergs Bürgermeister Rainer Barth auf Anfrage der HNA. Weiter wollte sich der Verwaltungschef zu dem Sachverhalt – auch aus datenschutzrechtlichen Gründen – nicht äußern.

Windkraft ohne Abicon: Derzeit noch 20 Mitarbeiter beim Unternehmen beschäftigt

Die Projektentwicklung im Windkraftbereich sei sehr komplex, risikoreich und dauere bis zu zehn Jahre, erklärte Geschäftsführer Greese: „Da die Gesellschafter, Dr. Andreas Möller und Thomas Knieling, aus persönlichen Gründen keine weiteren zehn Jahre Projektentwicklung mehr betreiben wollten und es schon Kooperationen mit iTerra gab, hat man sich dazu entschieden die Sparte Projektentwicklung vollständig zu veräußern.“ Damit sei die Projektierung von Windkraftanlagen für Abicon kein Thema mehr, so Michael Greese weiter.

Bei der Abicon-Unternehmensgruppe sind noch etwa 20 Mitarbeiter beschäftigt. Die (ehemaligen) Gesellschafter Dr. Andreas Möller, Thomas Knieling und Michael Greese würden sich aktuell mit der Gesellschaft Abicon Verw. & Beteilig. GmbH auf das Startup Ecozins.de fokussieren, sagte der Geschäftsführer. Mit der Crowdinvesting-Plattform soll laut Abicon Geld zur Finanzierung von Projekten im Bereich der regenerativen Energien generiert werden. (Matthias Haaß)

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