Arztpraxen am Rand ihrer Leistungsfähigkeit

Grippe fordert erstes Todesopfer im Schwalm-Eder-Kreis

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Schwalm-Eder. Die Grippewelle hat mit voller Wucht den Schwalm-Eder-Kreis getroffen. Mindestens ein Erkrankter starb dort bisher. 

Das berichtet Dr. Ulrich Klinge am Mittwoch auf Anfrage der HNA. Der Leiter des Gesundheitsamtes in Homberg kann noch nicht sagen, ob der Höhepunkt der Erkrankungswelle erreicht ist. Er machte auch keine weiteren Angaben zum Opfer.

Kita Regenbogen in Ziegenhain besonders betrofffen

Besonders betroffen ist die Kita Regenbogen in Ziegenhain, erkrankt sind 50 der 120 angemeldeten Kinder - zwei von ihnen nachweislich an Influenza, der sogenannten echten Grippe vom Typ A oder B.

Auch zahlreiche Erzieherinnen dieser Kita sind in Behandlung. Wie viele konnte Kreissprecher Stephan Bürger nicht genau sagen. Es habe Gespräche mit der Kindergartenleitung und der Stadtverwaltung gegeben. Die Einrichtung soll nicht geschlossen werden, so Bürger weiter. Im wesentlichen solle jetzt verstärkt über Vorbeugungsmaßnahmen, vor allem die strikte Handhygiene, informiert werden. Eine solche Massierung von Krankheitsfällen sei derzeit aus keiner anderen Einrichtung im Kreis zu vermelden.

Über 50 Influenza-Fälle nachgewiesen

Die Zahl der nachgewiesenen Influenzainfektionen in Schwalm-Eder liege bereits bei über 50 Fällen, erklärte Gesundheitsamtsleiter Ulrich weiter. Eine Reihe von Patienten mit sehr schweren Verläufen musste stationär in Kliniken eingewiesen werden. Häufig seien das Menschen mit weiteren Erkrankungen.

Tatsächlich dürfte die Anzahl der an der echten Grippe Erkrankten wesentlich höher als 50 liegen, denn nur ausgewählte Praxen tragen ihre Daten zur landes- und bundesweiten Beobachtungen grippaler Infekte und echter Influenza bei. 

Arztpraxen am Rand ihrer Leistungsfähigkeit

Dabei stehen die Arztpraxen im gesamten Landkreis zurzeit am Rand ihrer Leistungsfähigkeit, wie es viele Menschen beobachten. Die Wartezimmer sind ständig überfüllt, die Ärzte stark belastet, wie Klinge bestätigt, „die Praxen sind sehr voll“.

Und das flächendeckend in ganz Deutschland. Zuletzt wurden bundesweit mehr als 15.000 neue Erkrankungen pro Woche gezählt – so viele wie noch nie in der laufenden Saison.

Auch Stadt und Kreis Kassel hat die Grippewelle voll erwischt. Wir erklären, wie Sie sich schützen können.

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