Im Roman „Grete in der Schwalm“ lernt ein Kind im Krieg das naturverbundene schlichte Landleben kennen

Von der großen Stadt aufs Dorf

Schwälmer Bräuche: Die Zeichnungen der Protagonisten im Buch entstammen historischer Fakten. Fotos: Sonntag-Remirez Ponce/VG Bild-Kunst/nh

Schwalm. Grete ist das Großstadtleben vertraut. In Kassel fühlt sich die achtjährige wohl. Doch eines Tages im Jahre 1943 muss ihre Mutter plötzlich als Krankenschwester nach Russland. Der Vater kämpft bereits seit drei Jahren an der Front. Bei ihrer Großmutter in der Schwalm lernt das junge Mädchen schließlich das naturverbundene schlichte Landleben kennen und lieben.

In ihrem neuen historischen Roman „Grete in der Schwalm“ beschreibt die in Kirchheim (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) lebende Autorin Brunhilde Miehe eine Geschichte, die auch in anderen Teilen Deutschlands hätte spielen können – denn während des Zweiten Weltkriegs wurden Tausende Lebensgeschichten wie die von Grete geschrieben.

„Viele Kinder sind während des Kriegs aus Städten plötzlich zu Verwandten aufs Land gekommen und mussten schnell in die neue Umgebung hineinwachsen, erzählt die 68 Jahre alte pensionierte Grundschullehrerin.

Seit nunmehr 30 Jahren recherchiert und forscht die passionierte Autorin in der Schwalm. Herausgekommen sind in der Vergangenheit zahlreiche Sachbücher und Fernseh-Dokumentationen.

Ihr neuestes Werk ist ein Buch für jung und alt: „Es ist für Kinder spannend zu lesen, wie Grete sich auf dem Land zurecht finden muss, aber auch für ältere Leser, die sich vielleicht sogar noch an solche Geschichten erinnern können“, sagt die Autorin.

Kunstvolle Illustration

Abgerundet wird das Buch durch 15 hochwertige Zeichnungen der in Alsfeld geborenen Künstlerin INK Sonntag-Ramirez Ponce, deren Porträtzeichnungen auch schon in der Willingshäuser Kunsthalle zu sehen waren.

Krieg habe sie schon seit Jahrzehnten immer wieder beschäftigt, erinnert sich Brunhilde Miehe. So reifte schon in den 1980er-Jahren der Gedanke in ihr, Kinder an die Auseinandersetzung mit dieser Thematik heranzuführen. „Schon damals plante ich das Grete-Buch. Das legte ich dann aber erstmal auf Eis, um volkskundliche Forschungen für Sachbücher betreiben zu können“, erzählt die Autorin.

Aufklärungsarbeit

Ihr sei es ein Hauptanliegen gewesen, dass naturverbundene schlichte Landleben mit seinen Werten, Lebensgewohnheiten und Arbeitsabläufen den heutigen Kindern vor Augen zu führen. Dass das Buch durch die gegenwärtige Flüchtlingskrise an besonderer Aktualität gewinnt, habe die 68-Jährige zuvor nicht ahnen können.

Obwohl es sich bei „Grete in der Schwalm“ um eine fiktive Geschichte handelt, entsprechen die Beschreibungen im Buch den Tatsachen. So sind zum Beispiel auch die Schwälmer Bräuche mit eingearbeitet, die Figuren tragen die original Tracht. Auch die Beschreibungen der Ortschaften und Umgebungen, in denen die Geschichte spielt, sind anhand historischer Daten und Fakten detailliert herausgerabeitet.

Von Daniel Göbel

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