Die Gemeinde Frielendorf rückt davon ab, eine Kindergartengruppe zu schließen – Dafür werden die Gebühren erhöht

Gute Nachricht mit Wermutstropfen

Mit Plakaten gegen Gebührenerhöhung: Eltern des Frielendorfer Kindergartens protestierten am Montagabend in der Frielendorfer Gemeindevertretersitzung in Leimsfeld, hier Christian Kleinkauf, Jan Burkhardt, Steffi Kutarba, Christian Simon, Sabrina Wischrath und Matthias Nöll. Fotos:  Grede

Frielendorf. Die gute Nachricht: In den kommunalen Kindergärten der Gemeinde Frielendorf wird keine Gruppe geschlossen werden. Der Wermutstropfen: Die Eltern aller Kindergärten – auch des kirchlichen in der Kerngemeinde – werden eine Gebührenerhöhung hinnehmen müssen (siehe Hintergrund).

Angesichts der Zwangslage, nach den Vorgaben des kommunalen Schutzschirm den Haushalt konsolidieren zu müssen, waren sich darüber in der Sitzung der Gemeindevertreter am Montagabend alle Fraktionen einig. Zur Kenntnis nehmen mussten sie allerdings auch den teilweise lautstarken Protest anwesender Eltern, die überwiegend dem evangelischen Kindergarten in Frielendorf zuzuordnen waren (siehe Protest).

Für Unmut – nicht nur im Publikum – sorgte insbesondere die Wortwahl Bürgermeister Birger Feys, der von einer „maßvollen“ und „moderaten“ Gebührenerhöhung der Kernbetreuungszeit sprach. Als eine „saftige Erhöhung“, die deshalb so ausfalle, weil man zulange damit gewartet hatte, wertete es beispielsweise Dietrich Hahn. Allerdings einig zeigte sich der CDU-Fraktionssprecher mit Bürgermeister Birger Fey, dass im Zusammenhang mit dem Konsolidierungsprozess eine Gebührenerhöhung unumgänglich sei.

Insgesamt seien Eltern in Frielendorf mit sieben Prozent an den Kosten beteiligt, so Fey, der Zuschussbetrag der Gemeinde betrage immerhin 819 000 Euro. Die Frielendorfer Eltern zahlen nichts für die Fahrtkosten (50 000 Euro). Das sei ein klares Signal der Solidarität, sagte Fey.

Dietmar Dunkel (FWG) begrüßte, dass der Beschluss den Vorschlägen Eltern angepasst wurde und die Gebühren für die Betreuung Unterdreijähriger nicht wie ursprünglich vorgesehen auf 150 Euro sondern auf 130 Euro erhöht werde. Er kritisierte allerdings, dass künftig für die Eltern, deren Kinder den kirchlichen Kindergarten der Kerngemeinde besuchen, der Geschwisterbonus bei der Nachmittagsbetreuung wegfallen könnte – was für die Betreuung in den kommunalen Einrichtung bereits Fakt ist. Wie alle anderen Redner forderte er eine einheitliche Regelung. Dennoch dürften die Eltern nicht noch mehr belastet werden.

Von Sylke Grede

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