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Auch Anlagen im Schwalm-Eder-Kreis waren von Cyber-Attacke betroffen

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Windkraftanlagen bei Itzenhain
Verbindung zu Satelliten war gestört: Im gesamten Schwalm-Eder-Kreis waren Windkraftanlagen betroffen. (Symbolbild) © Matthias Haaß

Der Kriegsausbruch in der Ukraine hatte offenbar auch Kollateralschäden im Schwalm-Eder-Kreis zur Folge. Am 24. Februar wurde der Satellit KA-SAT in den frühen Morgenstunden Ziel einer Cyber-Attacke, davon betroffen waren nicht nur zivile und militärische Kommunikationsverbindungen in der Ukraine, sondern auch die Fernübertragung und Fernwartung von Windenergieanlagen.

Schwalm-Eder. Nach Angaben von Vivasat, dem Betreiber des Satelliten, wurden die Modems gehackt und auf diese Weise die Verbindung zum Satelliten gestört. Experten vermuten einen Zusammenhang mit dem russischen Angriff.

In Europa seien Tausende Windenergieanlagen von der Störung betroffen gewesen, weiß Dr. Brigitte Buhse von der Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll: „Auch im Windpark „Die Gleiche“ in Ottrau war die Fernüberwachung und Steuerung der Anlagen ausgefallen.“

Experten vermuten Zusammenhang mit Krieg in der Ukraine

Das gleiche Bild im südlichen Schwalm-Eder-Kreis, wo Rudewig & Lompe Energie Windkraftanlagen betreibt. Alle Windparks mit Satellitenanbindung, unter anderem in Gilserberg und Mengsberg, hätten Probleme gehabt, so Geschäftsführer Michael Rudewig. Erwischt hatte es Deutschlands größten Hersteller von Windkraftanlagen, die Firma Enercon. Wie ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der HNA bestätigte, habe es sich bei der Ursache der Störung um einen Cyber-Angriff gehandelt, der jedoch nicht direkt auf Enercon abzielte. „Es wird ein Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg vermutet, die Störung der Kommunikation zu den Windenergieanlagen gilt als Kollateralschaden.“

Beruhigend: Laut Enercon bestand keine Gefahr für die Windkraftanlagen. Die Anlagen liefen trotz der defekten Modems weiter. Das bestätigten auch die angefragten Betreiber betroffener Windenergieanlagen gegenüber unserer Zeitung.

In den vergangenen Tagen tauscht das Unternehmen nach eigenen Angaben die bei der Cyber-Attacke beschädigte Hardware in den Windenergieanlagen aus. Die Anlagen liefen bis zu einer Lösung des Problems im Automatikmodus. Durch die Störung sei lediglich der Service zu den Anlagen beeinträchtigt gewesen, so Enercon. (Matthias Haaß)

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