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Hausmeister Volker Diebel verlässt die Steinwaldschule

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Seit 1985 war Volker Diebel Hausmeister in der Steinwaldschule in Neukirchen.
Seit 1985 war Volker Diebel Hausmeister in der Steinwaldschule in Neukirchen. © Harald Becker

Volker Diebel geht in den verdienten Ruhestand. Als jahrzehntelanger Hausmeister der Steinwaldschule Neukirchen hat er kürzlich zum letzten Mal die Türen der Schule aufgeschlossen, nach der Heizung geschaut und auf die Schüler gewartet.

Neukirchen – Volker Diebel, den Namen werden viele aus seinem Umkreis kennen. Würde die Schlagzeile heißen: Fulle geht in Rente, wäre das eine ganz andere Hausnummer. Kreisübergreifend kennt man ihn unter seinem Spitznamen.

Kundgetan hat er seinen Ruhestand unter anderem in den sozialen Medien. Eine Flut von Kommentaren ist dort zu lesen. Von „verdienter Ruhestand Fulle“ oder „du wirst der Schule fehlen“ bis zu „bester Hausmeister ever“. Eine Legende dankt ab. All diese Kommentare drücken aus, für was Volker Diebel stand und steht. Immer gerade heraus, manchmal den Schalk im Nacken, emphatisch, ein Seelenversteher.

Volker Diebel wuchs im Neukirchener Ortsteil Christerode mit vier Geschwistern auf. Schon immer naturverbunden zog es ihn oft nach Kassel zu seinen Großeltern, die direkt an der Fulda wohnten. Daher auch sein Spitzname, Fulle mit „F“. Zur Schule gegangen ist Volker Diebel in der Grundschule Christerode und wechselte sodann in seine Steinwaldschule.

Nach der 9. Klasse, im Jahre 1969 begann er eine Lehre bei der Firma Diehl als Maler und Lackierer und blieb dort bis 1985. Im gleichen Jahr wurde eine Stelle frei in der Steinwaldschule als Hausmeister. Beworben habe er sich sofort, so Volker Diebel, obwohl die Aussichten bei über 100 Bewerbern zunächst nicht gut standen. Doch er wurde im Auswahlverfahren genommen und eingestellt. Die Schule wurde sein neuer Arbeitsplatz und letztlich sein beruflicher Lebensinhalt. Geheiratet hat er seine Regina. Drei Kinder, Martin, Björn und Madeleine runden den familiären Hintergrund ab.

Auf die Frage nach dem schönsten Erlebnis in 36 Jahren Schulleben wird Volker Diebel leicht nachdenklich. Es waren so viele positive Ereignisse, einen besonderen herauspicken, das sei schwierig. Einmal habe man ihn überrascht mit einer Fahrt zum Bundesligaspiel Eintracht Frankfurt gegen seine geliebten Bayern aus München.

Einmal hat man den Hausmeister mit einer Fahrt nach Frankfurt überrascht. Dort spielten die Bayern.
Einmal hat man den Hausmeister mit einer Fahrt nach Frankfurt überrascht. Dort spielten die Bayern. © Harald Becker

Dann kommt er doch ins Erzählen. In der Schule wurde immer gebaut. In die Projekte Mensa und Neugestaltung der Naturwissenschaften war er eingebunden. Heute ist die Schule eine komplette Baustelle. Bei einem kurzen Rundgang zeigt er nicht ohne Stolz den Baufortschritt.

Weiter erzählt er, dass sich die Schülergenerationen verändert hätten. Auch die Eltern. Die digitale Welt habe Einzug gehalten in den Schulalltag; nicht immer zum Vorteil. Über allem stand der sehr gute Kontakt mit den Schülern. Er sei immer Anlaufstelle gewesen. Vielen Schülern konnte er durch seine emphatischen Fähigkeiten helfen. Sein Credo: jeder Schüler hat etwas Gutes, jeder Mensch ist auf seine eigene Art wertvoll.

Neben den überwiegend positiven Erlebnissen, gab es aber auch, wie soll es anders sein, Dinge die nicht so gut liefen. Der Abriss der Schule habe ihm schwer zu schaffen gemacht und einmal habe er ungebeten Besuch bei sich zu Hause gehabt. Im gleichen Moment kommt die Tochter Madeleine mit frischem Kaffee um die Ecke: „Das Schönste an Papas Beruf war, dass wir Kinder immer die Noten vor allen anderen wussten.“ Volker Diebel kommentiert das mit einem süffisanten Lächeln.

Neben der Schule hat sich Volker Diebel in vielen Vereinen engagiert. Beim SC Neukirchen, dem TSV Schwarzenborn und bei der Spielgemeinschaft Asterode/Christerode/Olberode ist er heute noch Mitglied. Als Trainer und Spieler hat er in den Vereinen über Jahre gewirkt. Seine größten sportlichen Erfolge feierte er in den 1990er Jahren als Schiedsrichter. Im Team von den Schiedsrichtern Siegfried Rupprich und Harald Becker war er bis in die höchsten hessischen Spielklassen unterwegs. Unvergessen der Einsatz bei Freundschaftsspielen mit Bayer Leverkusen in Schrecksbach, Preußen Münster in Ottrau oder das Benefizspiel der Eintracht Altliga in Oberaula.

Die Liebe zum Angeln

Seine zweite große Leidenschaft neben dem Fußball ist die Liebe zum Angeln. Viele Reisen durch Europa, sowie die Angel AG in der Schule zeugen von seinem Hobby. Ein 27 Pfund schwerer Dorsch, gefangen in Norwegen, war sein größter Fang.

Zum guten Schluss sagte „Fulle“ Volker Diebel: ihm sei beruflich und privat der Kontakt zu Menschen immer wichtig gewesen. Großen Dank an seine Hausmeisterkollegen im südlichen Schwalm-Eder-Kreis, den Lehrern und ganz besonders an seinen langjährigen Kollegen Lars Schultheis. Volker Diebel sagt Auf Wiedersehen, seine geliebte Steinwaldschule und die Menschen sagen: Danke Fulle, bleib wie du bist und genieße deinen Ruhestand. (Harald Becker)

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