Counter-Tenor Oswald Musielski aus Willingshausen gibt gleich drei Konzerte im Schwalm-Eder-Kreis

Ein Heimspiel für den Sänger

Blumiges Geschenk an die Region: Sopranist Oswald Musielski gibt Konzerte in der Heimat unter dem Titel „Flowers“. Foto: Thiery

Willingshausen. Für ihn ist es ein Heimspiel: Denn obwohl er überall in der Welt zu Hause sei, freut sich der Counter-Tenor Oswald Musielski aus Willingshausen besonders darauf, in seiner Heimat aufzutreten. Denn auch im Landkreis hat er eine Fangemeinde. Die beschenkt er seit ein paar Jahren mit Konzerten, die er selbst kreiert. Dieses Jahr sind Blumen das Motto. „Flowers“ heißt das Thema, mit dem er die Besucher auf die Reise in die Welt der Musik aus Musical, Chansons, Film-Melodien und Evergreens der 50er- bis 90er-Jahre mitnehmen will.

Zurzeit probt der 27-Jährige dafür und freut sich, sein ganz eigenes Programm zu singen. Das sei bei seinen sonstigen Auftritten nicht so. Der Künstler, der eine Stimme hat die über viereinhalb Oktaven von Bariton bis Sopran reicht, tourt das ganze Jahr durch die Welt. „Da bestimmten die Auftraggeber die Titel“, sagt er.

„Die Musik ist meine Welt.“

Oswald Musielski

Da er mit seiner exzentrischen Art mit eigens kreierten Kostümen gut in die Modewelt passt, sind Auftritte bei Modeschauen eine seiner Spezialitäten geworden. Bei der Eröffnung des Glööckler-Stores in Berlin im vergangenen Jahr war er zum Beispiel dabei.

Seine extravaganten Bühnenoutfits gestaltet der Sänger selbst. „Ich orientiere mich schon an anderen, aber mache mein eigenes Ding, das fing schon früh an“, sagt er und erzählt von seiner Kindheit.

Im Kindergartenalter wurde Oswalds Musielskis Begabung entdeckt. Er stammt aus Bromberg in Polen, seine außergewöhnliche Stimme fiel einer Kindergärtnerin auf. „Der Junge hat das Zeug zu mehr“, hatte sie erkannt. Sie war die Tochter des Musikprofessors Jozéf Krzyianowski, der Oswald daraufhin unterrichtete und ihn später in die Musikmetropolen nach Griechenland und Italien führte, wo er die Ursprünge der Musikgeschichte kennenlernte.

Seine Großeltern hätten immer gesagt: „Wer singt, ist der bessere Mensch.“ Und so unterstützen diese mit der Mutter, die Orthopädin war, die Reisen des Jungen. Der Vater war bei einem Autounfall ums Leben gekommen, als Musielski zwei Jahre alt war.

Das musikalische Talent führte ihn auf seinen Studienreisen und der klassischen Gesangsausbildung, die er mit sechs Jahren begann, schon früh zu Auftritten. Er sang Opern-Arien, so dass er später sogar einen Teil seines Unterhaltes selbst finanzieren konnte. Die oft langen Aufenthalte führten ihn nach Frankreich, wo er auch Ballett, Fecht- und Reitunterricht bekam. Später lernte er den freien Stil in Seattle. Das erkläre die Bandbreite seines Repertoires, an dem er weiter arbeite. weitere Artikel

Von Christine Thiery

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