Die Natur ist sein Element

Heinrich Hölscher (86) pflegt Märchenbaum und Schutzhütte

Heinrich Hölscher neben dem neuen Märchenbaum in der Igelsheide in Treysa. Der 86-Jährige pflegt auch die Schutzhütte unterhalb des Waldkindergartens.
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Heinrich Hölscher neben dem neuen Märchenbaum in der Igelsheide in Treysa. Der 86-Jährige pflegt auch die Schutzhütte unterhalb des Waldkindergartens.

Sie ist Treysas grüne Lunge, die zwischen dem Funkturm auf der Metze lokalisiert ist und als Verbindungsstrecke nach Wiera und Wasenberg vielfältig genutzt wird: Die Rede ist von der Igelsheide.

Treysa – Dort ist Heinrich Hölscher in seinem Element, diese Gegend hat er im Blick. Der Märchenbaum und die Schutzhütte in der Igelsheide zählen zu den Projekten des 86-Jährigen. Der Heinrich Hölscher ist schon immer aktiv. Bestreitet die meisten seiner Wege mit dem Fahrrad. Seit 40 Jahren lebt der Senior in Treysa. Früher hat er als Streckenwart bei Hessen Mobil in Kassel gearbeitet.

Zweifelsohne, die Natur ist sein Ding. „Ich muss in Bewegung sein“, so lautet die Devise des gebürtigen Merzhäusers.

Früher war er oft mit seinen Enkelkindern in der Igelsheide unterwegs. „Das ist aber bestimmt schon mehr als fünfzehn Jahre her.“

Da er sich mit seinem E-Bike immer schon viel fortbewegt, und sich in der Igelsheide auskennt wie in seiner Westentasche, ist für den rüstigen Treysaer schnell klar, dass er dort auf seinen freizeitlichen Ausflugsfahrten ein wenig „nach dem Rechten schauen möchte“.

Der Märchenbaum ist eines seiner Projekte. Zusammen mit Kajo Freischem bestückt er den Baum immer wieder mit kleinen Sammelfiguren. „Der Ur-Märchenbaum existiert schon bestimmt fünf Jahre. Ein Spaziergang durch die Igelsheide soll so zu einem kleinen Erlebnis werden. Besonders für die Kinder, die sich immer freuen, wenn sie neue Teile am Baum entdecken.“

Vor einiger Zeit ist der erste Märchenbaum dem natürlichen Prozess der Verrottung zum Opfer gefallen. Dank der Mithilfe der städtischen Waldarbeiter, die einen anderen geeigneten Baumstumpf mit der Säge bearbeitet haben, konnte in unmittelbarer Nähe ein neuer Märchenbaum gefunden werden. Zu finden ist der geschmückte Baum jetzt kurz vor der Skiwiese in der Nähe der Schutzhütte Richtung Wasenberg. Wer Lust hat, darf den Baum sehr gern mit einem kleinen Gegenstand verzieren.

„Ich werde demnächst noch eine junge Buche hinter den Baumstumpf pflanzen, damit er schön geschützt ist“, betont Hölscher stolz. Auch das Vogelhaus aus Holz, das im Baum nebenan hängt, hat der Rentner handgefertigt: „Ich sorge dann auch immer dafür, dass es mit genügend Futter bestückt ist.“

Neben dem Märchenbaum kümmert er sich auch um die Erhaltung der Schutzhütte unterhalb des Waldkindergartens. Immer wieder wird dort nämlich randaliert. „Es soll doch gefeiert werden, aber der Müll muss unbedingt in den dafür vorgesehenen Mülleimer und darf nicht in der Hütte liegen gelassen werden, oder womöglich in die umliegende Natur geworfen werden.“ Die Stadt hat auch ein besonderes Augenmerk auf die Schutzhütten in der Igelsheide, da es dort in der Vergangenheit leider immer wieder zu unerfreulichen Vorfällen kam.

„Solange ich gesundheitlich fit bin und mit meinem Rad unterwegs sein kann, werde ich weiter hier oben für Ordnung sorgen, denn ich wünsche mir, dass sich die Menschen, die hier oben sportlich oder zur reinen Erholung unterwegs sind, gut gelaunt in der Igelsheide bewegen können. Ohne den Anblick von Müll oder Unrat in der Natur, dafür mit einem lachenden Auge beim Vorübergehen am Märchenbaum oder während des Aufenthaltes in einer der sauberen Schutzhütten.“

Nachhause geht nicht nur er mit dem Gefühl, der Natur wieder ein Stück näher gewesen zu sein, und die frische Luft des Waldes in den Lungen wappnet für den Rest des Tages. (Vanessa Schnücker)

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