Theresa Ritter aus Berfa gehört zu den jungen Menschen, die regelmäßig Blut spenden

Helfen ist selbstverständlich

500 Milliliter Blut für Bedürftige: Die 19-jährige Theresa Ritter aus Berfa möchte mit ihren regelmäßigen Blutspenden dafür sorgen, dass kranken Menschen geholfen wird. Foto: Paul

Ottrau. Dem allgemeinen Trend zum Trotz geht Theresa Ritter aus Berfa seitdem sie volljährig ist zum Blutspenden. Die 19-Jährige gehört zu einer kleinen Gruppe junger Leute im Landkreis, die sich regelmäßig Blut für in Not geratene Mitmenschen abzapfen lassen. Bereits zum fünften Mal spendete die angehende Physiotherapeutin in Ottrau. „Meine Mutter hilft dort seit über 30 Jahren im DRK-Ortsverein mit“, erzählt Ritter.

Nervös ist die 19-Jährige nicht, schließlich weiß sie bei der fünften Blutspende schon, was sie erwartet. Routiniert füllt sie nach der Anmeldung den Fragebogen aus, macht Angaben zu Allergien und Auslandsaufenthalten. Dann geht es weiter hinter eine blaue Trennwand, wo ein Arzt Ritters Blutdruck und Körpertemperatur misst.

Spende ist selbstverständlich

Die Berfaerin geht zu den erlaubten vier Blutspendeterminen im Jahr: „Das ist doch selbstverständlich“, sagt sie ohne zu zögern. „Jeder kann schließlich mal in die Situation kommen, Blut zu brauchen. Dann ist man froh, wenn vorher genug Menschen gespendet haben.“ Auch habe sie mit A positiv eine „Allerweltsblutgruppe“, mit der sie vielen Menschen helfen könne. Und obendrein gehen viele ihrer Freunde zum Blutspenden: „Da lässt sich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden“, so die 19-Jährige.

Für Ritter geht es nun weiter zur nächsten Station. Ein Laborant pikst ihr dort mit einer Lanzette ins Ohrläppchen. „An der Fingerkuppe ist mein Wert fast nicht messbar, also muss das Ohr herhalten“, so Ritter. Sie sieht dabei zu, wie aus wenigen Blutstropfen der Gehalt an Hämoglobin (Blutfarbstoff) bestimmt wird. Das Gerät zeigt 15,1 Gramm Hämoglobin pro Deziliter Blut an. Damit liegt Ritter über dem Mindestwert von 12,5 (Männer 13,5) und darf Blut spenden.

Dazu macht es sich die 19-Jährige auf einer Liege bequem. Eine Krankenschwester hat schnell die richtige Armvene gefunden und sticht mit der Nadel hinein. Während 500 Milliliter Blut in den Entnahmebeutel fließen, verrät Ritter, dass sie nicht nur Blutspenderin ist. Auch in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) ist sie registriert und besitzt einen Organspendeausweis. „Wenn ich tot bin, nützen mir meine Organe reichlich wenig, aber ich kann damit Leben retten“, sagt sie.

„Für Geld Blut zu spenden, kommt für mich niemals in Frage.“

Theresa Ritter

Wer das nicht möchte, sollte sich ihrer Meinung nach aber zumindest ein paar mal im Jahr im Dienste der Allgemeinheit zum Blutspenden aufraffen: „Das Prozedere dauert etwa eine Stunde, die kann sich jeder irgendwie frei schaufeln.“ Die Berfaerin selbst pendelt jeden Tag 40 Minuten nach Marburg und wieder zurück. „Zum Spendetermin nach Ottrau bin ich direkt von der Berufsschule gekommen“, erzählt sie.

Ritter steigt nach der Blutspende noch immer energiegeladen von der Liege. Außer einem Druckverband am Arm verrät nichts ihren Einsatz für kranke Mitmenschen.

Nach der Spende gibt es zur Stärkung sogar eine warme Mahlzeit. „Das ist viel besser als Geld und hilft dem Blut bei der Neubildung“, sagte Theresa Ritter. Gegen Bezahlung zu spenden, käme für sie niemals in Frage.

Von Jasmin Paul

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