Hephata: Zwei Wohnungen und Liegenschaft für Flüchtlinge im Gespräch

Auf dem Hephata-Berg: Viele der Hephata-Bewohner leben inzwischen außerhalb des Stammgeländes in Treysa, trotzdem soll es dort wenig geeigneten Leerstand für Flüchtlinge geben Archivfoto:  Grede

Wir haben nachgefragt, ob sich in der Diakonieeinrichtung möglicherweise Raum für die Unterbringung von Flüchtlingen bietet.

Dezentralisierung hieß das Stichwort Hephatas vor fünf Jahren. Von den knapp 500 Bewohnern des Stammsitzes in Treysa sollten im Zuge der Inklusion innerhalb von zehn Jahren 300 Menschen Wohnmöglichkeiten außerhalb des Hephata-Campus bekommen.

Das Schicksal der Flüchtlinge bewege Hephata auf den verschiedensten Ebenen, betonte Hephata-Direktor Maik Dietrich-Gibhardt im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Thema werde nicht nur intensiv diskutiert, es gebe auch konkrete Umsetzungen.

Damit sprach der Vorstandssprecher nicht nur das Einrichten der Stelle einer Flüchtlingskoordinatorin an. So halte Hephata beispielsweise in Nordhessen 300 Plätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vor, unterstreicht Dietrich-Gibhardt. Entsprechende Einrichtungen gebe es in Kassel, Kaufungen und Eschwege. Kurzfristig sei vorgesehen, auf und in unmittelbarer Nähe des Hephata-Stammgeländes, zwei Wohnungen für Flüchtlinge bereitzustellen. Zehn bis zwölf Personen könnten dort unterkommen. Der Vorstandssprecher geht davon aus, dass das in zwei bis drei Wochen der Fall sein könnte.

Für weitere Unterbringungen hätten alle Hephata-Immobilien auf dem Prüfstand gestanden, sagt Dietrich-Gibhardt. Auf dem Stammgelände auf dem Hephata-Berg gebe es derzeit wenig geeigneten Leerstand. In vielen Fällen lasse der bauliche Zustand keine Wohnmöglichkeit zu. Die Infrastruktur müsste in erhelblichen Maße erst wieder hergestellt werden.

250 Bewohner leben laut Dietrich-Gibhardt aktuell dort, viele gehen auch von außerhalb in Werkstätten und Wohnbereichen ein und aus. Dietrich-Gibhardt spricht von einem besonderen „Mikro-Klima“ und „besonderen Bedingungen“, die auf dem Hephata-Campus herrschten.

Momentan prüft Hephata zudem die Unterbringung von Flüchtlingen in einer größeren Liegenschaft außerhalb. Den Standort will Dietrich-Gibhardt zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen. Relativ kurzfristig könnte dort eine größere Anzahl Menschen Zuflucht finden. „Dabei steht nicht allein die Unterbringung im Fokus, sondern auch die Beschäftigung der Menschen“, so Dietrich-Gibhardt.

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