Dialysezentrum in Ziegenhain öffnete vor 20 Jahren die Türen für Patienten

Hilfe für Nierenkranke

Patient seit 2008: (von links) Sina Küllmer, Mario Selentschik, Mario Groß und Rüdiger Trebst am Bett von Wladimir Brusnezow. Mario Selentschik ist pflegerischer Zentrumsleiter in Ziegenhain, Mario Groß ist der pflegerische Gesamtleiter Kirchhain und Ziegenhain. Foto: Rose

Ziegenhain. Seit sieben Jahren verbringt Wladimir Brusnezow 15 Stunden pro Woche im Dialysezentrum Ziegenhain. 15 Stunden, die der fröhliche ältere Herr gern investiert – für sein Überleben. Denn ohne die Möglichkeit der Dialyse würde seine Niere den Körper nach und nach vergiften. Gegründet wurde das Zentrum an der Ecke zur Hessenallee vor 20 Jahren von Dr. Bernd Küllmer. Heute leiten es seine Töchter Dr. Mira und Sina Küllmer sowie Rüdiger Trebst, Internisten und Nephrologen.

Unterstützt werden sie dabei von Facharzt Mario Groß. Eine weitere Dialysepraxis gibt es seit 1980 in Kirchhain. Mit dem Entschluss, ein Zentrum in der Schwalm zu eröffnen, trug Küllmer den weiten Anfahrtswegen seiner Patienten Rechnung. Bis Anfang der achtziger Jahre sei ausschließlich in Kliniken dialysiert worden, verdeutlicht Trebst. Mit der Verlegung in Zentren habe sich für Patienten vieles verbessert, die Betreuung sei individueller geworden.

In den vergangenen 20 Jahren veränderte sich jedoch das Alter der Patienten. Heute liege der Durchschnitt bei über 70 Jahren. „Dadurch ist auch der pflegerische Aufwand gestiegen“, erklärt das Team. Die Menschen kämen zum Teil aus Pflegeheimen ins Zentrum und hätten weitere, altersbedingte Erkrankungen. Neben der Dialyse bieten die Experten regelmäßige Sprechstunden an: „Wir arbeiten eng mit den umliegenden Hausärzten zusammen“, sagt Trebst. Noch immer ist die Blutwäsche die einzige Möglichkeit, eine Transplantation zu umgehen. Nötig wird sie bei einer Nierenleistung zwischen 10 und 15 Prozent. Nach fünf Jahren Dialyse liege die Überlebensrate bei 70 Prozent.

Jeder Patient werden je nach Vorliebe dialysiert, liegend oder halb aufrecht. „Dann gibt es noch unser Stammtischzimmer“, so Küllmer. Den Patienten sei der Austausch wichtig. Man achte bei der Belegung darauf, wer zueinander passe. Ältere schliefen oder sähen fern, jüngere brächten hingegen schon mal den Laptop mit.

Von Sandra Rose

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