Kommentar zum Knöllchen nach Kinderarzt-Besuch: Vorfahrt für junge Familien

Das "Knöllchen", das Susanne Bechtel nach einem Kinderarztbesuch bekam, wird lebhaft diskutiert. Ein Kommentar von Anne Quehl über Familien(un)freundlichkeit.

Wenn in Deutschland immer weniger Kinder auf die Welt kommen, hat das vielschichtige Gründe. Auf eine simple Formel gebracht, ist das Leben in der Familie sehr schön, aber teuer und mit vielen Bremsklötzen behaftet.

Susanne Bechtel hat völlig Recht, wenn sie jetzt über das eigentlich verschmerzbare „Knöllchen“ nach dem Kinderarztbesuch spricht, denn es vermittelt, wie Familien mit kleinen Kindern gesellschaftlich eingeordnet werden. Sie haben zu funktionieren wie alle anderen auch.

Aber das sendet falsche Signale. Solange man für Kinder verantwortlich ist, darf man Entgegenkommen und Rücksicht gerade im öffentlichen Leben erwarten, ja, man hat den moralischen Anspruch darauf, denn Kinder sind kein Privatvergnügen.

Ein einfacher Vorschlag, der manches spürbar erleichtern würden: Eltern von Vorschulkindern sollten für die beschwerliche Kinderwagen- und -karrenzeit einen Schwerbehindertenausweis erhalten, damit sie zum Beispiel nahe an Arztpraxen parken können.

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