Varroamilbe und Spritzgifte bedrohen die Bienen – Neuer Lehrgarten

Honigertrag wurde mehr als verdoppelt

ziegenhain. Nach zwei sehr schlechten Jahren freuen sich die Imker über Rekorderträge. „Weniger als zehn Kilo Honig pro Volk hatten wir in den Vorjahren“, berichtet Hans-Joachim Flügel vom Lebendigen Bienenmuseum in Knüllwald, „dieses Jahr sind es 25 Kilogramm“.

Schlimm war in der jüngeren Vergangenheit vor allem der ungeklärte Verlust von Bienenvölkern im Raum Schwalm und Homberg, erklärte Flügel. Es sei zu vermuten, dass sich die Tiere – bis zu 60 Prozent der Bestände – verirrten und irgendwo verendeten. Die Zusammenhänge seien nicht genau geklärt, man vermute aber, dass sie durch den Konsum landwirtschaftlicher Pflanzenschutzmittel nicht zum heimischen Bienenstock zurückfanden.

Auch die Varroamilbe, die Viren überträgt und zu Missbildungen bei den Bienen führt, haben die Experten weiter im Blick. „Wir dürfen uns nicht zurücklehnen, müssen im Herbst und Winter unsere Bienenvölker behandeln“, erklärte der Vorsitzende des Imkervereins Ziegenhain, Arno Bosshammer. In den vergangenen Jahren hatte der Parasit auch in Nordhessen zu großen Verlusten bei den Bienenvölkern geführt, bestätigt die Imkerin Erika Geiseler vom Bienenmuseum.

• Bei Hof Weidelbach am Rand von Ziegenhain wird am Sonntag ein Bienenlehrgarten eröffnet. 2500 Quadratmeter bieten dort 20 000 Bienen ein Zuhause. Doch der Lehrgarten, in den neben viel Eigenleistung 7500 Euro gesteckt wurden, soll vor allem eine Begegnungsstätte sein. So hat der Imkerverein seit Neuestem eine Partnerschaft mit der Carl-Bantzer-Schule. Laut Bosshammer soll der der neue Bienenlehrgarten bei allen Interessierten und bei den Landwirten für ein geschärftes Bewusstsein für die Bedürfnisse der Bienenvölker sorgen.

• Eröffnung am Sonntag, 20. September, 14 Uhr, nahe Hof Weidelbach.

LOKALTEIL

Von Linett Hanert und Dominik Brück

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