Bandkollege

Zum Tod von Horst Ebert: Rüdiger Waldmann erinnert sich an gemeinsame Zeit

Horst Ebert

Schwalmstadt. "Wir werden Deutschlands Nummer 1": Das nahm sich Horst Ebert zum Start der Profikarriere von The Petards vor, erinnert sich Bandkollege Rüdiger "Roger" Waldmann (Schwalmstadt, 71).

Waldmann lernte Horst Ebert und seinen Bruder Klaus (heute 69, Söhne von Dr. Hermann Ebert) in der Melanchthon-Schule Steinatal (Willingshausen) kennen, wo sie Mitte der Sechziger Jahre Abi machten. Horst Ebert wurde danach an der Volkwangschule Essen in Fotografie ausgebildet.

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1967 wurden die Petards eine Profigruppe, schafften es mit Songs wie „Pretty Liza“ und „Golden Glass“ in mehreren Ländern auf die ersten Chartplätze. Waldmann: „Horst hatte schon damals eine große Weitsicht, war in der Lage, unternehmerisch zu denken.“ Horst Ebert spielte die Rhythmusgitarre, sang und habe auch praktisch alle Songtexte geschrieben, Auftritte auf weltbekannten Kultbühnen wie dem „Olympia“ in Paris gab es in rascher Folge.

Und Ebert und seine Bandkollegen riefen das Burg-Herzberg-Festival 1968 ins Leben, Waldmann: „Legenden wie Amon Düül, Guru Guru und Klaus Doldinger mit Udo Lindenberg am Schlagzeug kamen dorthin, wir werden heute noch darauf angesprochen.“

Rüdger "Roger" Waldmann

Fünf Jahre lang, bis 1972, blieben die Vier - Horst und Klaus Ebert, Arno Dittrich und Waldmann - Profis. 16 Singles und sieben LPs (Langspielplatten), mehr als 1000 Auftritte und zwei Tourneen gab es in dieser Zeit, außerdem rund 15 TV-Auftritte.

Waldmann: „Als wir 1966 erstmals im Fernsehen zu sehen waren, in der ZDF-Drehscheibe, da waren in der Schwalm die Straßen leergefegt als liefe einer der damals berühmten Halstuchkrimis.“ 500 Fanclubs im In- und Ausland wurden gegründet.

Der ganz große Durchbruch blieb aus, „auch wenn wir als beste deutsche Musikgruppe galten“. Horst Ebert war dabei auch solo aktiv, als „Johannes“ mit Toupet und Bart brachte er eine Solo-LP heraus. Waldmann: „Es war eine wunderschöne, erlebnisreiche Zeit, und unsere Platten laufen ja heute immer noch, man bekommt sie bei E-Bay, ebenso unsere Autogrammkarten.“ Auf Youtube sind TV-Aufzeichnungen zu finden, etwa vom Saarländischen Rundfunk mit Manfred Sexauer. Ab 1972 sei jeder seiner Wege gegangen. Rüdiger Waldmann: „Horst studierte danach Mathematik, er wurde Systemanalytiker, arbeitete bei Wintershall. Mit seiner Familie lebte er in Kassel, wo er infolge einer Krebserkrankung starb. Foto: privat

• Die Trauerfeier zur Einäscherung ist am Freitag, 17. Oktober, 10 Uhr, Friedhofskapelle in Kassel-Wehlheiden, Friedenstraße 55.

Von Anne Quehl

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