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Ilona Feldbusch schließt ihren kleinen Laden in der Bahnhofstraße Treysa

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Ilona Feldbusch steht in ihrem Geschäft. Zu sehen sind dort unter anderem Deko-Sterne, Pflanzen und Kränze.
Der Ausverkauf läuft: Ilona Feldbusch führte 17 Jahre das von ihr gegründete Geschäft „Art & Deco“. Nun ist altersbedingt Schluss, ein Nachfolger fand sich nicht. © Anne Quehl

Mit Ilona Feldbuschs Laden „Art & Deco“ verschwindet ein kleiner aber feiner Anziehungspunkt auf der Bahnhofstraße in Treysa.

Treysa – 17 Jahre lang hat die Neuentalerin frisches Grün und ausgesuchte Dekoartikel bereitgehalten. Viele, die einmal die Stufen des kleinen Eckladenlokals mit den schön gestalteten Fenstern betraten, wurden Stammkunden.

Für sie gibt es keinen Ersatz, denn Ilona Feldbusch hat keinen Nachfolger oder Nachfolgerin. Leider, wie die 67-Jährige unterstreicht, habe sich dafür niemand gefunden, sodass sie die Geschäftsräume zum Jahresende gekündigt hat.

Ihr Geschäft hat sie 2005 eröffnet, als sie ihren Job als Bauzeichnerin bei einem Architekten konjunkturbedingt verlor. „Ich stellte fest, dass ich als Arbeitssuchende mit 50 schon zum alten Eisen gehörte.“ Ihr berufliches Knowhow in Sachen Inneneinrichtung und ihr ausgeprägtes Faible für Garten- und Innendeko waren die Basis, die Gründung zu wagen.

Für die Zimmersröderin war dabei klar, dass es in der hiesigen Region auf jeden Fall die Treysaer Bahnhofstraße sein sollte. Die Nullerjahre seien noch eine sehr gute Zeit gewesen, an die Jahre der Abrisse und der langwierigen Sanierung der Meile war da noch nicht zu denken.

Deko aus Handarbeit

Doch allein mit hübschen Accessoires für Garten und Wohnung ging es nicht, „es war auch viel Handarbeit erforderlich“. Ilona Feldbusch und zeitweise auch ihre Aushilfskraft wanden Kränze und stellten Tischdekorationen und geschmackvolle Bepflanzungen her, die viele sehr schätzten. „Die Natur ist schon immer der Trend“, sagt Ilona Feldbusch zu ihrem kreativen Motto, „die Ideen kommen einem dann beim Tun.“

Kosten für das Geschäft stiegen

Die frische Ware holte sie selbst jede Woche aus dem Großhandel in Kassel, mittwochs, dann war der Laden nachmittags geschlossen. Sowohl durch ihren Weg ins Geschäft als auch die Kasselfahrten seien da viele Kilometer zusammen gekommen.

Nicht nur das hat es ihr schwergemacht, auch die Ware aus den Niederlanden und Skandinavien zog preislich erheblich an, erzählt sie. Künftig würden die Menschen auch im Bereich Dekoration sicherlich mehr sparen müssen. Dabei sei es vielen ein Bedürfnis, sich selbst etwas für die Seele zu gönnen oder etwas ausgesucht Schönes zu verschenken, das habe auch die Coronazeit ganz klar gemacht.

Vielfach hat Ilona Feldbusch bedauernde Reaktionen über die Schließung erhalten, seit sie ihren Ausverkauf begonnen hat. Besonders ihren vielen Stammkunden möchte sie Dank für die Treue aussprechen, die Preisermäßigungen betragen zwischen 30 und 70 Prozent. Wielange sie noch offen hält, hat sie noch nicht entschieden, das hängt vom Abverkauf ab.

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