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Im Januar beginnt der Umbau im Haus Sauer – Metzger und Bäcker bleiben

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Von: Anne Quehl

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Das Foto zeigt das Modehaus Sauer in Neukirchen.
Blick auf das Gebäude: Morgen ist der letzte Verkaufstag im Modehaus Sauer in Neukirchen. Über die kommenden zwei Jahre ist der Umbau angesetzt. © Martin Diebel

Zum Ende dieser Woche endet der Ausverkauf des Modehauses Sauer in Neukirchen, die Umwandlung des Standortes in erster Lage startet in den ersten Januartagen.

Neukirchen – Als Erstes, so berichtet Peter Jöckel, wird eine Trennwand im Erdgeschoss gezogen, denn der Betrieb der angestammten Lebensmittler, Metzgerei Pietsch (Ottrau) und Bäckerei Gronowski (Oberaula), wird ohne Pause und langfristig weitergehen, während die heutige Textilhandelsfläche entkernt wird.

Von oben nach unten wird die Knüll Immobilien GmbH den Betonskelettbau dann in einen Komplex umwandeln, in dem es verschiedene medizinische Praxen geben wird.

Es entsteht ein Ärztezentrum

Das im Frühjahr 2021 vorgestellte Ärztezentrum umfasst laut heutiger Planung eine noch nicht genannte Facharztpraxis und die Facharztpraxis für Allgemeinmedizin innerhalb des MVZ Knüll (HNA berichtete diese Woche), beide im 1. Obergeschoss.

Im 2. Obergeschoss entstehen Büroflächen und eine Zahnarztpraxis ist angedacht. Für die freien Flächen im Erdgeschoss ist ein Foyerbereich vorgesehen, im Haus sollen auch Angebote aus dem Bereich Therapie und Anwendung, zum Beispiel nach Kneipp, Platz finden.

Fahrstuhl statt Rolltreppen

Die ersten wesentlichen Punkte des Umbaus sind der Einbau eines großen Lichtbandes im Dach und die Herausnahme der Rolltreppen. Das Treppenhaus bleibt, ein Fahrstuhl wird eingebaut. Dieser ist so groß bemessen, dass Liegendtransporte zu den Praxen möglich sind. Die Umgestaltung wird insgesamt rund 24 Monate dauern, erläutert Jöckel.

Verödung der Altstadt soll verhindert werden

Die Zukunft des Standorts mit seiner exzellenten Lage beschäftige ihn und seine Familie als alte „Neukircher“ schon lange. Prämisse sei stets gewesen, dass eine Verödung des Standorts und damit der Altstadt unbedingt abzuwenden und eine gute und zentrale medizinische Versorgung in der Stadt und dem südöstlichen Kreisteil zu sichern seien. Damit sei eine solche Umnutzung förmlich zwingend und werde auch von Stadt und Landkreis vollständig befürwortet und unterstützt.

Bereits vor Jahren habe er gute Gespräche mit den damaligen Eigentümern, Klaus Sauer und später Nachfolger Martin Knauf, begonnen, denn dass die Sauer-Kernbranchen an dieser Stelle am Ende sind, sei längst völlig klar. Aktuell untermauerten das die großen Probleme von Galeria-Karstadt-Kaufhof.

80 Prozent der Umsätze mit Mode würden online ablaufen, die Mentalität der Verbraucher werde sich auch nicht mehr zurückdrehen, ist Jöckel (74), alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer der GmbH, überzeugt. Seine sechs Kinder sind Gesellschafter des Unternehmens.

Peter Jöckel
Peter Jöckel Knüll Immobilien © Sylke Grede

Das ursprüngliche Vorhaben, kompletter Rück- und Neubau, habe sich aufgrund der Zins- und Preissituation im Baugewerbe geändert, so Jöckel im Gespräch mit der HNA weiter. Eine erneute Prüfung habe ergeben, dass der Bestand jede Möglichkeit der gewünschten Raumbildung biete.

Abschied vom Modehaus Sauer

Froh ist Jöckel auch darüber, dass sich das Unternehmen Vockeroth sehr kooperativ gezeigt und den Auflösungsvertrag wunschgemäß zum Jahresende eingerichtet habe. Laut Christian Schmidt von der Melsunger Geschäftsführung erlebte das Sauer-Modehausteam in den Wochen des Ausverkaufs einen sehr herzlichen Abschied durch die Neukirchener.

Es habe zehn Arbeitsplätze gegeben, einige Mitarbeiter würden bei Vockeroth bleiben und in andere Standorte wie Treysa, Homberg oder Bad Hersfeld wechseln. Andere hätten aus Altersgründen aufgehört, einzelne haben eine neue Stelle. Der definitiv letzte Verkaufstag sei der morgige Samstag, „bis dahin gilt mindestens halber Preis auf die Bekleidung“. (Anne Quehl)

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