Zwei weitere Vorwürfe fallen gelassen 

Ex-Brandstifter vor Gericht: Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 15 Euro 

son1920 Arbeitsrecht Foto: a-guillem/123rf/Itzehoer
+
Ein 28-jähriger Angeklagter aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis war vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt angeklagt. Es ging zunächst um Körperverletzung, Nötigung und Drohung. 

Ein 28-Jähriger aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis war vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt nicht nur wegen Körperverletzung angeklagt, sondern auch wegen Nötigung und einer Drohung.

Doch diese beiden Vorwürfe ließ der Staatsanwalt im Laufe des Prozesses und nach der Anhörung mehrerer Zeugen fallen.

Was war geschehen? 

Im Mai des vergangenen Jahres sollte der Angeklagte seinem Arbeitgeber mit den Worten „Sie wissen genau, was mit Feuer alles passieren kann“ gedroht haben. Eine besondere Brisanz hatte diese Wortwahl, da der Angeklagte mehrere Jahre wegen Brandstiftung in der Forensik eingesperrt gewesen war und sich zum Zeitpunkt auf Bewährung in Freiheit befand.

Doch der Angeklagte bestritt diesen Vorwurf vehement. Er berichtete, dass er über fünf Wochen für den angeblich bedrohten Mann gearbeitet habe. „Die erste Woche sollte auf Probe ohne Bezahlung sein, danach hatten wir uns auf einen Stundenlohn von fünf Euro geeinigt“, so der 28-Jährige.

Angeklagter erstattete Anzeige 

Doch habe er im Laufe der nächsten Wochen lediglich zwei Arbeitshosen, ein altes Fahrrad, eine Kaffeemaschine, einen Wasserkocher, Tabak und 45 Euro Bargeld erhalten. Als ihm klar geworden sei, dass er sein ihm zustehendes Geld nicht erhalten werde, sei er zur Polizei gegangen und habe Anzeige erstattet. Erst danach behauptete der Arbeitgeber, der Angeklagte habe ihn bedroht, weil er sich geweigert habe, ihm eine positive Stellungnahme für das Gericht zu schreiben. „Ich brauchte keine Stellungnahme von ihm, da ich bereits ein offizielles Gutachten erhalten hatte“, so der Angeklagte.

Reguläres Arbeitsverhältnis durch einen Chatverlauf bestätigt 

Der angeblich bedrohte Speditionskaufmann bestritt, den jungen Mann überhaupt beschäftigt zu haben. Der Angeklagte habe ihm nur ab und zu für ein oder zwei Stunden geholfen. Da ein dem Gericht vorliegender Chatverlauf der beiden Männer aber eindeutig auf ein reguläres Arbeitsverhältnis hindeutete, stellte die Strafrichterin das Verfahren ein.

Der zweite Verhandlungsteil widmete sich dem Vorwurf der vorsätzlichen Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung. Im Juni des vergangenen Jahres habe der Angeklagte seine damalige Freundin am Hals verletzt und sie daran gehindert, seine Wohnung zu verlassen, so der Staatsanwalt. Der Angeklagte gab zu, die junge Frau an ihrem Pullover festgehalten zu haben. „Das tut mir leid, ich gebe das zu“, erklärte der 28-Jährige. Er habe sich bereits kurz danach bei der Frau entschuldigt.

Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 15 Euro 

Die Geschädigte berichtete mit einigen Erinnerungslücken von dem damaligen Streit, sie habe danach eine leichte Prellung im Nacken gehabt und noch ein paar Tage Schmerzen. Erst als der Nachbar zur Hilfe gekommen sei, habe ihr Freund sie losgelassen. Da die Wohnungstür während des Streites offen stand und so auch der Nachbar die Wohnung betreten konnte, sah die Richterin die Nötigung als nicht gegeben an, jedoch die vorsätzliche Körperverletzung. Verurteilt wurde der Mann zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 15 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.