Museen haben wieder geöffnet 

Mit Masken durch die Museen

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Die Freiheitsstatue: Sie wurde von internierten US-Soldaten gemalt, sagt Karin Brandes, Leiterin Gedenkstätte und Museum in Trutzhain.

Die Museen in Trutzhain sowie in Ziegenhain haben seit dem Wochenende wieder geöffnet. Da hieß es: Mit der Schutzmaske rein ins Museum. Das Angebot ist noch eingeschränkt, das Interesse aber groß.

Der Bedeutung von Freiheit können Besucher dieser Tage im Museum in Trutzhain nachspüren. Museumsleiterin Karin Brandes zeigt eine Holztafel, die einst von amerikanischen Soldaten im Offizierskasino, CI-Camp 95, heute Königsberger Straße 14, gemalt wurde.

Nach der Corona bedingten Schließung von Gedenkstätte und Museum, dürfen nun Familien, Paare und Einzelbesucher die Dauerausstellung besuchen. „Wir müssen auf die Einhaltung der Abstandsregeln achten. Ein Mundschutz ist zu tragen“, sagt Karin Brandes, die erstaunt ist, wie viele Menschen das Museum aufsuchen. „Die Besucher verweilen ausgesprochen lange im Museum“, fällt Brandes auf.

Veranstaltungen und Führungen

Veranstaltungen und Führungen dürften dagegen nach wie vor nicht angeboten werden, doch soll die entfallene Lesung mit Dr. Florian Huber, die für den 6. Mai zur Kapitulation des Deutschen Reiches vor 75 Jahren hätte stattfinden sollen, in einer Online-Version auf der Homepage der Gedenkstätte (www.gedenkstaette-trutzhain.de) bald einsehbar sein. Huber hätte aus seinem Buch: „Kind, versprich mir, dass du dich erschießt. Der Untergang der kleinen Leute 1945“ gelesen.

„Vielleicht können wir im Juni wieder Geländeführungen im kleinen Kreis anbieten“, hofft Brandes, die aber die Corona-Entwicklungen abwarten und sich an die Vorgaben der Stadtverwaltung halten muss. „Auch wenn der Publikumsverkehr nun eingeschränkt war, die Einzelschicksalsanfragen laufen weiter“, so Brandes. Viele Anfragen kämen aus Frankreich und Belgien, inzwischen aber auch aus Russland. „Es sind die Enkel der Betroffenen, die nach Auskunft fragen“, sagt Brandes.

Pro Raum nur zwei Besucher 

Im Museum der Schwalm in Ziegenhain öffneten sich die Pforten am Sonntagnachmittag wieder. Tagelang hatte der Hausmeister die Räumlichkeiten vermessen, Markierungen und Schutztafeln angebracht, sodass nun pro Museumsraum zwei Besucher oder eben Familien durch die Ausstellung entlang des Rundganges stöbern können. „Wir haben die Zeit genutzt und unsere Waffenkammer auf Vordermann gebracht“, erklärt Museumsleiterin Dr. Simone de Santiago Ramos. So wurden einige Ausstellungsobjekte wie eine Uniformmütze oder Speere ergänzt und auch an den Erklärungstafeln, die meist auch eine englische Erklärung ausweisen, wurde gearbeitet.

Zurzeit noch keine Führungen 

„Wer sich für Schlüssel und Schlösser interessiert, der hat hier so einiges zu entdecken“, meinte die Museumsleiterin, die zur Zeit noch keine Führungen anbieten darf. In einer Vitrine findet sich beispielsweise ein 630 Gramm schwerer Kirchenschlüssel aus Görzhain aus dem 13. Jahrhundert. Der 34,4 Zentimeter lange Schlüssel wurde 1953 im Fußboden der Kirche entdeckt. Hellebarden, Lanzen und die Kriegskasse Ziegenhains finden sich zudem im Ausstellungsraum. Kinder können zudem das Gewicht von zwei Kanonenkugeln schätzen und erhalten dafür eine kleine Belohnung beim Museumsteam. „So ein Mitmachspiel macht einen Museumsbesuch doch gleich interessanter“, ist de Santiago Ramos überzeugt.

Am 24. Mai soll die Kunstausstellung „Neue Brücke“ um den Künstler Diethard Bersch eröffnet werden. Mit zwei Vernissagen soll dann auch die große Jahresausstellung zum 100. Geburtstag von Vincent Burek am 28. Juni Kunstfreunde im Museum begrüßen.

Die Gedenkstätte Trutzhain ist mit Auflagen dienstags bis donnerstags von 9 bis 13 Uhr und 14 bis 16 Uhr, sowie freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Zudem jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr.

Das Museum der Schwalm ist wieder dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppenführungen können bislang noch nicht angeboten werden.

Von Regina Ziegler-Dörhöfer

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