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In Winterscheid hat die Kunst vor Ort einen Platz

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Silvia Feigl ist für den Kurs aus Kassel angereist und genießt den Ausgleich zum Alltag.
Silvia Feigl ist für den Kurs aus Kassel angereist und genießt den Ausgleich zum Alltag. © Celine Kühn

Ihren zehnten jährlichen Workshop „Malen mit Erden, Öl und Acryl in der Scheune“ gab Gerlinde Vestweber in Winterscheid.

Winterscheid – Die Kunstenthusiastin liebt es nach wie vor, sich mit ihren Teilnehmern ein Wochenende lang auf naturgeschaffene Kunst einzulassen und deren Blick ganz bewusst auf Naturmaterialien zu richten.

Ursprünglich war die 58-jährige Künstlerin in der Landwirtschaft tätig, doch die Kunst hat sie bereits als Kind gepackt und nie losgelassen. „Mir ist erst später klar geworden, wie viel ich in der Schule schon für andere Kinder gezeichnet habe“, erinnert sie sich.

Doch in frühen Jahren hegt Gerlinde Vestweber Zweifel, ob sie Kunst auch zu ihrem Beruf machen kann. Auf dem Land habe schon immer das Angebot und die Förderung für Kunstinteressierte gefehlt, „deshalb habe ich den Workshop gestartet, um Kunst hier vor Ort einen Platz zu geben“. Die Techniken hat sie sich im Laufe der Zeit selbst angeeignet und sich bei verschiedenen Künstlern weitergebildet. „Dann habe ich die Erdmalerei für mich entdeckt und so hat sich auch der Kreis mit der Landwirtschaft geschlossen“, sagt sie mit einem Lächeln.

Auch in ihrem Workshop hat die Landwirtschaft ihren Platz gefunden: Eine alte Scheune dient nun als Kreativort und bietet den Kursteilnehmern Freiraum zur Entfaltung.

Mit Kreide und Holzkohle arbeitet Christiane Cronau an ihrem Werk.
Mit Kreide und Holzkohle arbeitet Christiane Cronau an ihrem Werk. © Celine Kühn

„Wir wollten das Gebäude nutzen, damit es nicht leersteht. Außerdem bietet es eine tolle Atmosphäre und viel Anregung“, erklärt Gerlinde Vestweber. Die Geburt des Workshops lag in dem Wunsch der Volkshochschule Schwalm-Eder, mehr kreative Kurse anbieten zu können und ein Malangebot zu schaffen.

Die Stimmung bei Gerlinde Vestwebers Workshop wirkt entspannt und ist offen für jeden, egal ob erfahren oder nicht. „Ich bin zum ersten Mal dabei und ich bin überrascht, was alles möglich ist. Wir sind ein tolles Team und trotzdem arbeitet auch jede für sich“, freut sich Silvia Feigl.

Die Kasselerin ist gern für den Workshop angereist und genießt den Ausgleich zu ihrem sehr technischen Beruf. „Man kann mal wieder Kind sein und sich selbst neu entdecken“, sagt sie weiter.

Seit 2013, als der Workshop ins zweite Jahr ging, sind die zehn verfügbaren Plätze stets in Windeseile ausgebucht, so auch jetzt wieder. Die Gruppengröße legt Gerlinde Vestweber aufgrund vorangegangener Erfahrungen fest, der individuelle Austausch ist ihr wichtig. Die Materialien werden großteils von der 58-Jährigen gestellt, dennoch kann jeder auch etwas Eigenes mitbringen. Besonders an dem Kurs: Die ganze Gruppe zieht los und sammelt verschiedene Erden. Die Teilnehmer können das Material mit in die Scheune nehmen oder direkt vor Ort den nassen Stoff durch die Erde ziehen, um verschiedene, überraschende Strukturen auf der Leinwand zu schaffen. Von Celine Kühn

10-Jahr Feier wird nachgeholt

Seit zehn Jahren gibt es die Kurse von Gerlinde Vestweber, seit Jahren sind sie stets ausgebucht. Die für Sonntag geplante Feier zum runden Geburtstag kann aufgrund privater Gründe nicht stattfinden und wird im nächsten Jahr nachgeholt.

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