Über den Reiz des Festivals in Schleswig-Holstein

Interview mit Ziegenhainer Metalfan: „Wacken ist wie Klassenfahrt“

Unterwegs mit Freunden (v.l.): Rainer Wolf, Jens-Peter Mahlstedt, Dieter Ihm, Volker Born, Sebastian Werner und Andreas Planz fahren jedes Jahr zusammen nach Wacken. Fotos: privat

Für Fans von Heavy-Metal ist es das wichtigste Ereignis des Jahres: Das Wacken-Festival an diesem Wochenende. Jährlich feiern Tausende in dem kleinen Ort in Schleswig-Holstein, es gibt Konzerte und andere Veranstaltungen.

Auch Sebastian Werner aus Ziegenhain ist Fan und fährt dieses Jahr wieder nach Wacken. Wir haben mit ihm über das Festival und seinen Reiz gesprochen.

Wann waren Sie zum ersten Mal in Wacken?

Sebastian Werner: Ich war 2006 mit Freunden zum ersten Mal in Wacken. Seit vier Jahren kommt auch meine Freundin mit. In diesem Jahr fahren wir mit der Gruppe zum zehnten Mal zum Festival.

Wo übernachten Sie während der drei Tage?

Werner: Wir zelten bei einem befreundeten Ehepaar im Garten. Wir haben die Leute kennengelernt, als wir zum ersten Mal nach Wacken gefahren sind. Freunde von uns machen das schon seit Jahren und haben uns das Haus beschrieben. Wir wollten das auch machen und einfach nachfragen, haben aber prompt am falschen Haus geklingelt.

Die Leute waren aber so nett, dass sie uns trotzdem erlaubt haben, bei ihnen im Garten zu zelten. Aus dem Missverständnis wurde eine richtige Freundschaft. Wir rufen uns auch gegenseitig zu Weihnachten und an Geburtstagen an. Wenn wir in der Gegend sind, kommen wir auf eine Tasse Kaffee vorbei. Und wir haben die Enkel der Beiden aufwachsen sehen, das ist großartig.

Was macht für Sie den Reiz von Wacken aus?

Werner: In erster Linie geht es mir um die Musik. Aber das Gesamtpaket stimmt einfach – das ist wie ein 72-Stunden-Kinofilm. Die Menschen, die Musik, alles passt zusammen. Man trifft die ganze Bandbreite der Gesellschaft. Wacken fühlt sich an wie eine Klassenfahrt.

Machen Sie auch selbst Metal-Musik?

Werner: Ich mache seit 19 Jahren Musik und singe in drei Metal-Bands: Weizensnake, Squealer und Take Five. Wir treten überall in der Region auf. Am 20. August sind wir zum Beispiel auf dem Ehrlich & Laut Festival in Alsfeld.

Inwiefern hat sich Wacken über die Jahre verändert?

Werner: Viele Fans sagen, dass Wacken immer größer wird. Das finde ich nicht. Wacken war schon immer ein riesiges Festival. Der Campingplatz ist so groß, dass man das Ende nicht sehen kann. Ich bin einfach jedes Jahr wieder überwältigt von den vielen netten Menschen.

Was zeichnet Metal-Fans aus?

Werner: Die Fans von Metal sind ähnlich treu wie Volksmusikfans: Die kaufen noch die klassische CD im Geschäft. Ich warte immer noch auf neue Platten und freue mich, wenn sie raus kommen. Ich weiß, viele Metaler sehen mit ihren dunklen Klamotten böse aus, eigentlich haben sich aber alle lieb. Die Musik in Wacken vereint alle, das ist das Tollste daran.

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