In der Not Sauerampfer

75 Jahre STALAG IXA: Johannes Hesse aus Obergrenzebach erinnert sich

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Johannes Hesse

Trutzhain. Einer, der ab Frühjahr 1940 beim Aufbau der 30 Lagerbaracken des STALAG IXA mitgeholfen hatte, ist der heute 90-jährige Johannes Hesse aus Obergrenzebach. Er begann 1938 nach seiner Schulzeit eine Maurerlehre bei der Firma Wagner, Niedergrenzebach.

Weil alle Baubetriebe im Altkreis Ziegenhain mit mehr als fünf Beschäftigten einen Arbeiter für den Lagerbau abstellen mussten, kam er mit zwei Kollegen auf die Baustelle. Er berichtet, dass sie von 7 bis 17 Uhr arbeiten mussten, samstags bis 13 Uhr. Hinzu kamen Überstunden. Die Fundamente wurden massiv aus Backsteinen errichtet, die Gefache ausgemauert. Ein dreifacher Stacheldrahtzaun und sechs Wachtürme sicherten das Areal. In den Pausen hätten sie manchmal von ihrem Essen an die mithelfenden französischen Gefangenen abgegeben. Kein Wachsoldat habe daran Anstoß genommen. Der 90-Jährige erinnert sich auch daran, dass ihm ein Wachsoldat erzählt habe, dass die ab Herbst 1941 eintreffenden ausgehungerten sowjetischen Gefangenen beim Ausladen am Nordbahnhof über den Sauerampfer hergefallen seien, der an den Böschungen wuchs.

Hesse arbeitete bis Ende 1941 im Stalag und erlitt zwei Jahre später selber das Schicksal eines Kriegsgefangenen, als sein Blockadebrecher im Atlantik von Franzosen aufgebracht wurde. Zwei Jahre verbrachte er im Senegal, danach musste er auf einer Farm in Casablanca arbeiten, erst 1949 kam er wieder nach Hause. Artikel unten

Von Bernd Lindenthal 

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