Jahresempfang: Judith Hoffmann (55) als neue Hephata-Direktorin vorgestellt

Zufriedene Gesichter beim Jahresempfang der Hephata-Diakonie: von links Frank Radu, Peter Klingmann, Klaus Dieter Horchem, Georg Krause, Judith Hoffmann, Maik Dietrich-Gibhardt, Dr. Rainer Obrock und Dr. Harald Clausen. Foto: Rose

Treysa. Arbeit fördert Kommunikation, Kooperation, den Erfahrungsaustausch, strukturiert den Tag, die Woche, das Leben. Diese Meinung vertritt die neue Direktorin der Hephata Diakonie Judith Hoffmann. Und damit ist sie nicht allein.

Unter dem Motto „Soziale Landwirtschaft - gute Wachstumsbedingungen für Kompetenz und Selbstbewusstsein“ stand der Jahresempfang des Diakoniezentrums am Freitag in der Hephata-Kirche.

Knapp 170 Gäste waren gekommen, um mehr über die landwirtschaftlichen Betriebe des Unternehmens zu erfahren und um die „Neue“ neben den beiden Direktoren Maik Dietrich-Gibhardt und Klaus Dieter Horchem kennen zu lernen.

Ihr Vortrag stand im Mittelpunkt des Vormittages. Daneben gab es eine Talkrunde mit den Markenentwicklern Georg Krause, Frank Radu vom Hofgut Richerode und Peter Klingmann, Geschäftsführer der Marketinggesellschaft „Gutes aus Hessen“, moderiert von Johannes Fuhr. Dr. Harald Clausen sprach für die Diakonie Hessen. Oberlandeskirchenrat Dr. Rainer Obrock, Aufsichtsratsvorsitzender der Hephata Diakonie, erklärte, dass die Stelle des pädagogischen Direktors vor 20 Jahren neu geschaffen worden sei.

Hochqualifiziertes Rüstzeug

Als gelernte Arzthelferin, Heilpädagogin und Gesundheitswissenschaftlerin bringe Judith Hoffman ein hochqualifiziertes Rüstzeug mit. Dass sie weiß, wovon sie spricht, bewies die neue Direktorin in ihrem Vortrag. Die Landwirtschaft böte gute Wachstumsbedingungen für Kompetenz und Selbstbewusstsein. „Menschen suchen nach Beschäftigung. Durch Arbeit entsteht etwas Neues. Sie verlangt Menschen etwas ab, vermittelt aber auch Produktivität und ruft Stolz hervor.“

Es ergebe sich für alle ein Mehrwert durch Arbeit - egal, ob ein Mensch beeinträchtigt sei oder nicht. Gleichzeitig binde Arbeit Menschen in den sozialen Kontext ein. „Sie lernen, unabhängig und selbstständig zu werden“, erklärte Hoffmann. Auch Menschen mit Behinderungen hätten den Wunsch nach einem normalen Leben. Dass „Inklusion Arbeit macht“ gelte deshalb im besten Wortsinn. Die Integration ins Arbeitsleben stelle Teilhabe dar. „Es geht auch darum, die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderungen zu verringern. Sie liegt bei 14 Prozent.“ Dafür müssten die Zugangsmöglichkeiten geschaffen werden.

Produktvermarktung

Die Vermarktung neuer Produktlinien sei zudem ein wichtiger Baustein. Längst gehe es nicht mehr um Beschäftigungstherapie, sondern um wichtige Fähigkeiten und Arbeitsprozesse. „Die Landwirtschaft ist für die Erwachsenenbildung gut geeignet.“ Wiederentdeckt habe man das in den 1990er-Jahren, als sich der Ökolandbau etablierte. Die Aufgaben in den sechs Landwirtschaftsbetrieben Hephatas mache die Mitarbeiter zufrieden, weil die Arbeit als selbständig gestaltbar empfunden wird. Die 209 Mitarbeiter seien Teil der regionalen Wertschöpfungskette.

Von Sandra Rose

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