Buschpilot bringt Güter und Gottes Segen

Jan Klassen, der für einen christlichen Flugdienst arbeitet, landete auf dem Segelflugplatz in Ziegenhain

Pfarrer Ingo Fulda begrüßte am Himmelfahrtstag den Piloten Jan Klassen in Ziegenhain.
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Pfarrer Ingo Fulda begrüßte am Himmelfahrtstag den Piloten Jan Klassen in Ziegenhain.

Die Kirchengemeinde Ziegenhain hatte am Himmelfahrtstag nach guter Tradition auf den Segelflugplatz eingeladen, wo die Menschen auf Abstand Gottesdienst feierten.

Ziegenhain – Pfarrer Ingo Fulda begrüßte einen besonderen Gast – den Buschpiloten Jan Klassen, der am Morgen in Worms gestartet war und pünktlich zum Gottesdienst in Ziegenhain landete. Den Kontakt hatte die Prädikantin und frühere Fliegerin Heike Knauff-Oliver hergestellt.

Klassen absolvierte seine Pilotenausbildung an einer der spezialisiertesten Flugschulen Europas, der MATC in den Niederlanden. Hier wurde der junge Mann auf alle Unwägbarkeiten vorbereitet – denn er landet in abgelegenen Regionen in Afrika, Teilen von Asien und Südamerika. Tätig ist er für die internationalen Hilfsorganisation Maf (Mission Aviation Fellowship). Die Maf ist ein internationaler christlicher Flugdienst, der Menschen an entlegenen Orten der Welt erreicht. Mit einer Flotte von 138 Kleinflugzeugen werden lebensnotwendige medizinische Güter, Nahrung und Trinkwasser zu 1400 Zielen in 28 Ländern gebracht. So gelangt Hilfe zu den Menschen, die durch geografische Barrieren, Naturkatastrophen oder politische Unruhen von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Im vergangenen Jahr war Klassen mit seiner Familie noch auf Palau in Mikronesien, aktuell ist der Pilot in Deutschland – aber bald schon geht es nach Timor-Leste in Südostasien. „Zu den Risiken der Buschfliegerei gehören die kurzen Landebahnen“, berichtete er. „Es gibt keinen Tower, der einem Informationen geben könnte. Als Pilot musst du dir selbst alle Informationen besorgen, indem du zunächst tief über die Pisten fliegst.“ Dazu erlebe man regelmäßig Überraschungen – beispielsweise, wenn Wasserbüffel und Kühe über die Pisten liefen.

Für den jungen Piloten geht damit ein Kindheitstraum in Erfüllung. „Hilfe, Hoffnung und Heilung ist unsere Mission“, sagte Jan Klassen. Ingo Fulda wünschte sich für seine Kirchengemeinde: „Der Beitrag sollte uns ein gutes Beispiel sein.“ Als kleines Dankeschön überreichte er dem Piloten eine Schwälmer Rote Wurst. Dazu gab es für Gastgeber und Gäste Musik vom Posaunenchor. Himmelfahrt wird seit 2013 auf dem Flugplatz gefeiert. (Jörg Döringer)

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