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Jana und Johannes Albers aus Neukirchen gründen eigene Marke

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Von: Sandra Rose

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Jana (23) und Johannes (33) Albers.
Mit ihrem Label Geschwister Albers wollen Jana (23) und Johannes (33) Albers demnächst durchstarten. © Johannes Albers

Jana und Johannes Albers sind ein perfektes Team: Kein Wunder, mag man sagen, sind die 23-Jährige und der 33-Jährige, beide gebürtig aus Neukirchen, doch Geschwister. Jetzt geht das Team jedoch noch einen Schritt weiter: Jana und Johannes sind Gründer.

Neukirchen – Ihr Start-Up heißt „Geschwister Albers“. Das erste Produkt, das in Serie gehen soll, ist eine Sporttasche, die sie kreiert haben.

„Die Idee entstand eher aus der Not heraus. Wir haben uns immer wieder über Taschen geärgert, an denen beispielsweise so etwas wie das Schuhfach fehlte – daraus wuchs die Vision, etwas Eigenes zu machen“, sagt Johannes Albers, der im Hauptberuf als Wirtschaftsinformatiker arbeitet.

Doch allein einen Prototypen zu entwickeln, stellte für die jungen Gründer die erste, große Hürde dar. Nach ersten eigenen Skizzen suchten die Geschwister per Kleinanzeige einen Schneider, der ihnen zunächst ein rudimentäres Modell anfertigen sollte. Schließlich fand sich eine Schneiderin in Hamburg, die erste Muster fertigte – die jedoch keine Produktion anbieten konnte. „Es gibt viele Hersteller, aber uns wurde ziemlich schnell klar, dass eine Fertigung in Deutschland viel zu teuer werden würden“, berichtet der 33-Jährige.

Der Prototyp ihrer entwickelten Sporttasche.
Der Prototyp ihrer entwickelten Sporttasche zeigt die Funktionen. © Johannes Albers

Erste Kontakte führten die Gründer nach Portugal, wo noch viel per Hand genäht wird und Stanzmuster entstehen. Über Influencer stießen die Neukirchener auf eine Näherei in Serbien. „Es war uns wichtig, fair und nachhaltig zu produzieren“, sagt Johannes Albers. Doch waren die Muster verschickt, ging die Produktion dort Pleite – die Suche begann von Neuem.

Von Deutschland aus ging es nach Polen, zu einem der größten Bekleidungshersteller – unter anderen für VW und die Bundeswehr – und dann doch wieder nach Portugal, zu einer Gründerin, die individuell, nachhaltig und auf kurzen Wegen produzieren will. „Wir haben dann einen Hersteller gefunden, der sich bei der Entwicklung noch selbst mit Ideen eingebracht hat“, erzählt der Wirtschaftsinformatiker.

Über das Portal „Kickstarter“ versuchen die Jungunternehmer jetzt, Geld einzusammeln. „Wir wollen damit auch schauen, wie eigentlich das Interesse ist“, sagt Johannes Albers. Ihr Unternehmen selbst haben die Geschwister als GbR gegründet – ohne Förderung. Die Vorproduktion und das Marketing haben sie selbst finanziert. Sowohl Johannes als auch Jana Albers, die Digital Media Marketing studiert hat, arbeiten weiter in ihren Berufen.

Die Sporttasche als Rucksack.
Die Sporttasche kann man auch in einen Rucksack umbauen. © Johannes Albers

Doch wo liegt für die Geschwister der Reiz im Gründen? Johannes Albers sagt ganz klar: „Wir sind einfach neugierig. Kommt unser Produkt an? Finden sich Zielgruppen? Und wir sind überzeugt, dass jeder starten und eine Marke aufbauen kann.“ 15 000 Euro wollten die Gründer einwerben, um mit der Produktion starten zu können. Das gelang bis jetzt nicht. 200 Taschen müssen sie zunächst mindestens abnehmen.

Den Start für die Produktion wollen die Gründer deshalb aus Eigenmitteln finanzieren, Bestellungen können über die Homepage erfolgen. Der Verkaufspreis liegt aktuell bei 120 Euro, die Produktionskosten sind mit 60 Euro vergleichsweise hoch. „Wir wollen damit nicht reich werden“, sagt Albers.

Als Vertriebskanäle stellen sich die Geschwister neben ihrer Homepage vor allem den Amazon-Marktplatz vor. „Darin haben die Leute Vertrauen“, ist der 33-Jährige überzeugt, der aber auch Chancen im Einzelhandel und in Fitnessstudios sieht.

Gründern empfiehlt Johannes Albers vor allem eines: „Man muss mit Begeisterung dabei sein, auch wenn es Rückschläge gibt.“

Die Produktidee 

Die Tasche der Geschwister Albers setzt auf Individualisierbarkeit und viele Details. Kunden können das Produkt nach eigenen Wünsche designen. Sie wird fair produziert, das heißt, ohne Ausbeutung und Massenanfertigung in Billiglohnländern. Darüber hinaus möchten die Gründer mit besonders viel Funktion punkten – es gibt ein Schuh- und Kartenfach, eines für Duschutensilien, ein Nass- und Trockenfach, integrierte Flaschenhalterungen und ein Geheimfach, dazu eines für Zeitschriften und ein Netzfach. Ausgestattet ist die Tasche mit Magnetverschlüssen, sie beinhaltet eine Kühltasche, lässt sich aber auch zum Rucksack umfunktionieren, beispielsweise für Radfahrer. Farblich ist das Produkt individualisierbar, der Stoff ist wasserfest. geschwisteralbers.de

(Sandra Rose)

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