Dorferneuerung - Planungsbüro soll Bauherren beraten

Gilserberg: Jetzt kann gebaut werden

Luftaufnahme von Sebbeterode.
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Die Dorferneuerung (Ikek) umfasst das gesamte Gebiet der Gemeinde Gilserberg. Öffentliche und private Maßnahmen werden gefördert. Unsere Luftaufnahme zeigt Sebbeterode.

Die Dorferneuerung (Integriertes kommunales Entwicklungskonzept – kurz Ikek) in der Gemeinde Gilserberg geht in die nächste Phase. Bis Ende September soll laut Bürgermeister Rainer Bath ein Ingenieurbüro benannt sein, das sich um die Betreuung der privaten Baumaßnahmen kümmern wird.

Gilserberg - In der engeren Auswahl befinden sich noch zwei Büros. Wenn die Entscheidung gefallen ist, können auch Gilserberger Privatleute bei der Sanierung alter Gebäude finanzielle Mittel aus dem Ikek-Programm nutzen.

In allen Ortsteilen stehen die Fördergebiete fest. Wer herausfinden möchte, ob er mit finanzieller Unterstützung rechnen kann, muss nur einen Blick in das 240 Seiten starke Entwicklungskonzept werfen. Dort findet sich zu jedem Dorf eine Karte mit den im Behördendeutsch genannten „ausgewiesenen Bearbeitungsgebieten für die ortstypische Umnutzung, Erweiterung und Sanierung der Bausubstanz“.

Es gibt aber einen Wermutstropfen: Es gilt nur für Häuser, die innerhalb der gestrichelten Linie liegen, andere Eigentümer haben Pech gehabt und profitieren nicht von den öffentlichen Geldern. Mit einer Ausnahme: Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, seien „unabhängig von der Lage grundsätzlich förderfähig“, erklärt Bürgermeister Rainer Barth. Die Möglichkeit der privaten Förderung gilt übrigens in jedem Ort, auch in Dörfern, die erst in jüngerer Vergangenheit in einem Dorferneuerungsprogramm waren, wie zum Beispiel Schönau und Heimbach. „Es gibt keine Ausnahme“, freut sich der Bürgermeister.

Dorferneuerung: Förderanträge können gestellt werden

Gefördert werden unter anderem Sanierung der Dächer und Fassaden, Fenster und Türen, Innenaus- und Umbau. Für jede Maßnahme kann ein Zuschuss von 35 Prozent der förderfähigen Nettokosten bis maximal 45 000 Euro, bei denkmalgeschützten Gebäuden bis 60 000 Euro, beantragt werden.

Förderanträge können bis zum 31. Dezember 2026 gestellt werden. Als Folge der Corona-Pandemie sei die Frist sogar um ein Jahr verlängert worden, erklärt Rainer Barth; „Bei Fragen können sich Interessierte gerne an die Verwaltung wenden.“

Wer noch etwas Zeit zum Überlegen braucht oder erst in den kommenden Jahren an Haus und Hof etwas ändern möchte, muss sich keinen Stress machen. Es gebe kein Windhundprinzip – also wer zuerst kommt, mahlt zuerst – und auch keine Deckelung der Fördermittel, beruhigt der Verwaltungschef: „Die Aussage aus Wiesbaden ist nach wie vor, dass nicht gekürzt wird.“

Trotz der Einschränkungen durch das Corona-Virus geht es auch bei den öffentlichen Maßnahmen voran. In diesem Jahr sollen laut Gemeinde acht Projekte konkret in Angriff genommenen werden.

Dorferneuerung: Schwimmbäder und Hochlandhalle profitieren

Insgesamt umfasst das Ikek für Gilserberg 80 Maßnahmen. Die Höhe der Gesamtinvestitionen beläuft sich auf 9 Millionen Euro, der Eigenanteil Gilserbergs beträgt 4 Millionen Euro. Auf dem Plan steht für 2020 eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Hochlandhalle in Gilserberg – übrigens das größte Einzelprojekt der laufenden Dorferneuerung. 70 000 Euro stehen für die Umsetzung der Studie zur Verfügung.

Für 250 000 Euro soll das Schwimmbad in Moischeid und für 70 000 Euro das Schwimmbad in Lischeid saniert werden.

Außerdem wird für alle Ortsteile ein Spieplatzkonzept und ein Nutzungskonzept für die Dorfgemeinschaftshäuser erstellt. Ziel der Politik sei dabei der Erhalt aller DGH, betont Bürgermeister Barth.

Informationen zum Ikek gibt es unter gilserberg.de/ikek

Von Matthias Haass

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