Altlastensanierung kostete 8,8 Mio. Euro

Jetzt ist die Natur gefordert

Klein-Aue: Das Gelände wurde aufwendig wiederhergestellt, einschließlich einer Wildschweinsuhle. Foto: Rinde/nh

Stadtallendorf. Alle Wald- und Radwege sind wieder offen, eins der letzten großen Altlasten-Sanierungsprojekte im Gebiet des früheren Sprengstoffwerkes Stadtallendorf durch das Land ist abgeschlossen.

Der Startschuss war vor anderthalb Jahren gefallen. Vor wenigen Tagen haben die Aufsichtsbehörden das Vorhaben abgenommen. Die ökologisch sensible und wertvolle Klein-Aue einschließlich des Gerinnes sieht wieder natürlich aus. Sogar die alte Wildschweinsuhle ist wieder vorhanden.

Manches bleibt von der Sanierung auch noch übrig und erkennbar. Das gilt beispielsweise für die Grundwasser-Überwachung und die Reinigungsanlage. Sie wird im nächsten Frühjahr noch modernisiert und an einen anderen Standort versetzt.

Auch die natürlichen Bachläufe haben die Altlastensanierer wiederhergestellt, teilweise besser als es vor dem Eingriff gewesen ist.

Was bleibt, ist die beachtliche Bilanz: Fast 7,5 Tonnen Schadstoffe sind aus dem Boden geholt und in Deutzen und Wabern vernichtet worden. Bei diesen Schadstoffen handelt es sich überwiegend um Nitroaromate, Vorprodukte aus der Sprengstoffproduktion vor mehr als 70 Jahren. Abwässer wurden seinerzeit mit Absicht oder fahrlässig in Gewässer geleitet. Die Gifte setzten sich im Boden ab.

Wie sich herausstellte, mussten die Sanierer stellenweise wesentlich tiefer eingreifen als nach den Voruntersuchungen zu erwarten war. Statt in drei Metern Tiefe fanden sich teilweise auch in fünf Metern noch hohe Konzentrationen. Insgesamt mussten 32 000 Tonnen Boden ausgetauscht werden. Am Anfang hatten die Experten mit einer Bodenmenge von 10 000 Tonnen insgesamt gerechnet. Die Klein-Aue-Sanierung kostete am Ende noch einmal 8,8 Millionen Euro. Kalkuliert waren bei Beginn 3,6 Millionen Euro. (red)

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