Schwimmen in den Osterferien 

Johannitergemeinschaft Osthessen finanziert Flüchtlingskindern einen Schwimmkurs 

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Beim Schwimmkurs im privaten Hallenbad Müller: Dunya (rechts) zusammen mit (von links) Zahra, ihrer Schwägerin Schakiba und deren Sohn Mohammed, Schekofeh und Tamana.

Neukirchen. „Ich hatte immer Angst vor dem Wasser. Im Iran waren wir nicht im Schwimmbad“, erzählt die 16-jährige Dunya. Acht Jahre lebte sie mit ihrer Familie im Iran, schwimmen hat sie nie gelernt.

Das hat sich hier in Deutschland geändert: Zusammen mit ihren Schwestern besucht sie einen Schwimmkurs im privaten Hallenbad der Physiotherapeutin Irmgard Müller in Neukirchen. Auch ihre Schwägerin nehmen die Mädchen mit.

Bei dem Kurs handelt es sich um ein Angebot der Johannitergemeinschaft Osthessen: Die Mitglieder organisieren und finanzieren in den Osterferien Schwimmkurse für Flüchtlingskinder. Insgesamt gehen die Kinder und Jugendlichen neun Stunden ins Schwimmbecken. An jedem Tag, wo ein Kurs stattfindet, schwimmen sie eine Stunde. Die Teilnehmer kommen überwiegend aus Afghanistan und Syrien. Sie sind aufgeteilt in drei Gruppen, Jungen und Mädchen schwimmen getrennt voneinander. „Hier herrscht eine ruhige, intime Atmosphäre“, sagt Schwimmlehrerin Karin Börner-Jöckel.

Sie möchte den Teilnehmern vor allem die Angst vor dem Wasser nehmen. „Hauptsächlich geht es um Wassergewöhnung“, sagt sie. Wenn den Kindern und Jugendlichen diese Angst genommen ist, arbeitet Börner-Jöckel mit Schwimmhilfen wie Badenudeln. „Damit sie im Wasser sicher werden.“ Danach geht es an die Technik: Sie lernen, wie sie ihre Arme und Beine bewegen müssen, um sich im Wasser fortzubewegen.

Dunya und ihre Schwestern nahmen schon mal an einem Schwimmkurs teil und trauen sich viel. Sie tauchen, schwimmen auf dem Rücken und springen ins Wasser. „Mir macht das Schwimmen viel Spaß“, sagt die 14-jährige Zahra. Auch die anderen stimmen ihr zu. Sie sind Karin Börner-Jöckel sehr dankbar, dass sie ihnen schwimmen beibringt.

Den Kontakt zu den Kindern stellte die Johannitergemeinschaft Osthessen über die Schulen her, berichtet Mitglied Bernhard von Strenge. „Wir wollen uns für die Integration von Flüchtlingen engagieren“, sagt er.

Mit den Schwimmkursen will die Johannitergemeinschaft dazu beitragen, dass möglichst viele Flüchtlingskinder schwimmen lernen. Angeregt zur Idee wurden sie durch den tragischen Vorfall, der sich im Juni 2016 ereignete: Im Ortsteil Seigertshausen waren drei Kinder in einem Löschteich ertrunken.

Die Johannitergemeinschaft sucht immer wieder sinnvolle Projekte. „Wir helfen armen und kranken Menschen“, sagt von Strenge.

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